Großes Polizeiaufgebot für Demo

Großes Polizeiaufgebot für Demo: Gegner der Corona-Maßnahmen üben stillen Protest

Halle (Saale) - Gut 50 Polizeibeamte haben am Samstag auf dem Marktplatz eine Demonstration von Gegnern der Corona-Beschränkungen abgesichert. Mehrere Einsatzwagen waren dazu vor Ort. Grund dafür war, dass auch der stadtbekannte Rechte Sven Liebich zuvor eine Demonstration abgehalten hatte und mit mehreren Anhängern vor Ort war. Zur Sicherheit hatte die Polizei sogar eine Polizeiabsperrung um die rund 50 Demonstranten gezogen. Die einstündige Veranstaltung verlief jedoch ohne Zwischenfälle. Es wurde lediglich eine Anzeige wegen Beleidigung gestellt, informiert die ...

Von Silvia Zöller

Gut 50 Polizeibeamte haben am Samstag auf dem Marktplatz eine Demonstration von Gegnern der Corona-Beschränkungen abgesichert. Mehrere Einsatzwagen waren dazu vor Ort. Grund dafür war, dass auch der stadtbekannte Rechte Sven Liebich zuvor eine Demonstration abgehalten hatte und mit mehreren Anhängern vor Ort war. Zur Sicherheit hatte die Polizei sogar eine Polizeiabsperrung um die rund 50 Demonstranten gezogen. Die einstündige Veranstaltung verlief jedoch ohne Zwischenfälle. Es wurde lediglich eine Anzeige wegen Beleidigung gestellt, informiert die Polizei.

Demo gegen Corona-Bestimmungen: distanziert sich jedoch von „Nicht ohne uns“-Bewegung

Organisator Christian Weißflog distanzierte sich in einem Statement eindeutig von Sven Liebich und sämtlichen parteipolitischen Äußerungen. „Wir wollen jedoch nicht alles hinnehmen, da die Einschränkungen die Menschen beschäftigen“, sagte er. Ebenso distanzierte er sich von der „Nicht ohne uns“-Bewegung. Die Teilnehmer der bereits zweiten Demonstration seien Hallenser, die ohne eine feste Gruppierung zu sein zusammenkämen und ihre Gedanken still auf Plakaten mitteilen.

Zu lesen waren dort Statements wie „Die Grundrechte werden mit Füßen getreten“, „Corona ist ansteckend. Totalitäres Denken auch“ oder „Der denkende Mensch ändert seine Meinung“ Laut Weißflog sollen diese Demonstrationen jeden Samstag stattfinden, solange sich die Menschen eingeschränkt fühlen. Begleitet wurde der stille Protest mit Liedern vom Band wie „Ein bisschen Frieden“ oder „Keine Macht für niemand“.

Ärztin Yvette Silbersack lehnt Maskenpflicht und Corona-Bestimmungen ab

Am Rande der Demonstration machte auch wieder die hallesche Ärztin Yvette Silbersack auf ihre Sicht der Dinge aufmerksam. „Eigentlich könnten am Montag alle Beschränkungen wieder aufgehoben werden, da die Infektionswelle längst durch ist“, sagte sie. Mundschutz lehnt sie ab, da dieser durch das feuchte Milieu für die Vermehrung von Viren und Bakterien sorge.

„Ich hatte ein glückliches Leben. Ich will mein glückliches Leben zurück haben“, so ihr Plakat. Auch ihr Ehemann Andreas Silbersack, der als CDU/FDP-Kandidat in den OB-Wahlkampf gegangen war, war vor Ort. Auch er habe verfassungsrechtliche Bedenken, was die Corona-Beschränkungen angehe: „Diese sind nicht verhältnismäßig“, sagte er. Jeder müsse sich dazu eine Meinung bilden. (mz)