Geplatzter Deal zum Pauluspark

Geplatzter Deal zum Pauluspark: Zieht sich Papenburg auch beim Riebeckplatz zurück?

Halle (Saale) - Nach dem geplatzten Deal zum Pauluspark denkt Halles Bauriese über Konsequenzen nach.

Von Tanja Goldbecher

Das Bauunternehmen Papenburg hatte den Deal eingefädelt: Ein österreichischer Immobilienfonds sollte den Paulus-Wohnpark für 40 Millionen Euro kaufen. Papenburg und seine Geschäftspartnerin, die Hallesche Wohnungsgesellschaft (HWG), hätten damit jeweils einen Millionengewinn gemacht und in neue Projekte investieren können.

Doch der Aufsichtsrat der HWG machte Papenburg einen Strich durch die Rechnung. Er will das Prestigeprojekt in kommunaler Hand behalten, um Mieterhöhungen in dem Viertel zu verhindern. Nun denkt Halles Bauriese über Konsequenzen nach.

Insider: Papenburg überlegt, sich aus dem Pauluspark zurückzuziehen

„Papenburg hatte schon vor dem Kaufangebot des Immobilienfonds überlegt, sich vom Pauluspark zurückzuziehen“, sagt ein Insider. Die HWG hatte dem Bauunternehmen sogar schon ein Angebot unterbreitet, dessen Anteile am Paulus-Wohnpark zu übernehmen.

Doch offenbar war das für Papenburg nicht hoch genug. Laut der Stadtverwaltung soll nun in der nächsten Aufsichtsratssitzung der HWG Anfang November über die Zukunft des Wohnkomplexes beraten werden. Papenburg äußert sich nicht zu dem Thema. Eine Presseanfrage blieb bis zum Redaktionsschluss unbeantwortet.

„Mich würde es nicht überraschen, wenn Papenburg daraus seine Konsequenzen zieht.“

„Mich würde es nicht überraschen, wenn Papenburg daraus seine Konsequenzen zieht“, sagt unterdessen OB-Kandidat Andreas Silbersack (FDP). Denn für ihn sei es völlig unverständlich, wie man zunächst einen internationalen Investor anlocken und dann plötzlich wieder fallenlassen kann. Seiner Meinung nach wird diese Entscheidung Auswirkungen haben.

Denn die Stadtspitze konfrontiere Papenburg immer wieder mit Sonderwünschen, wenn sich eine Finanzierungslücke auftut. „Die Firma Papenburg wird in Zukunft genau überlegen, wie sie mit ihren Geschäftspartnern umgeht“, fügt Silbersack hinzu.

Papenburg-Rückzug hätte weitreichende Folgen für Halle

Das könnte für Halle tiefgehende Konsequenzen haben. Denn der Baukonzern mit den gelben Maschinen hat die Stadt in den letzten Jahren maßgeblich mitgestaltet und zahlreiche Großprojekte umgesetzt: beispielsweise den Erdgas-Sportpark, das Geschäftshaus an der Spitze, das neue Finanzamt, den Bau der Osttangente und das Wohnquartier Großer Berlin - nicht zu vergessen das 29-Millionen-Euro-Projekt für 120 Luxuswohnungen im Paulusviertel.

Außerdem ist es wieder das Unternehmen Papenburg, das die Pläne um die Bebauung des Riebeckplatzes vorantreibt. Aktuell baut Papenburg das Novum-Hotel im Westen des Platzes, das bereits für rund 21 Millionen Euro an den besagten österreichischen Immobilienfonds verkauft wurde.

Im Osten des Platzes plant die Firma, ein Geschäftshaus, ein Parkhaus sowie ein Kongresszentrum zu errichten. Diese Pläne müssen jedoch noch vom Stadtrat mit einem Bebauungsplan genehmigt werden. Eine Frage stellt sich nun aber unweigerlich: Hat der geplatzte Deal zum Pauluspark Auswirkungen auf die Pläne zum Riebeckplatz? (mz)