Final Four im Basketball-LandespokalFinal Four im Basketball-Landespokal: Welche Gründe für welches Team sprechen

Wolmirstedt - Noch ein Mal schlafen, dann blickt die Basketball-Gemeinde Sachsen-Anhalts nach Wolmirstedt. Am Sonnabend wird dort in der Halle der Freundschaft der Basketball-Landespokal der Männer vergeben.

Von Christian Kattner 09.02.2018, 15:31

Noch ein Mal schlafen, dann blickt die Basketball-Gemeinde Sachsen-Anhalts nach Wolmirstedt. Am Sonnabend wird dort in der Halle der Freundschaft der Basketball-Landespokal der Männer vergeben.

Da sich der Verband für einen neuen Austragungsmodus entschieden hat, gehen in einem „Final Four“-Turnier nur die besten vier Teams des Bundeslandes an einem Tag an den Start - sportlich betrachtet und für die Fans ein Leckerbissen. Doch wer ist nun favorisiert?

Ganz nach dem Motto, „der Pokal hat seine eigenen Gesetze“, hat die Mitteldeutsche Zeitung für alle vier beteiligten Teams genug Gründe ausgemacht, warum sie am Ende triumphieren werden.

Die BSW Sixers gewinnen den Landespokal, weil...

sie mit einem erneuten Titelgewinn zum dritten Mal in Folge ganz oben stehen würden und mit dann fünf Pokalsiegen gleichziehen könnten mit den Rekordtitelträgern Einheit Weißenfels sowie Aschersleben Tigers, die bisher fünfmal triumphierten. Der Tabellenführer der 1. Regionalliga Nord aus Bitterfeld, Sandersdorf und Wolfen kassierte zwar am vergangenen Wochenende die erste Saisonniederlage und beschäftigt sich gedanklich mit Sicherheit schon mit dem Topspiel bei Verfolger und Aufstiegskonkurrent Neustadt am übernächsten Wochenende, doch die Mannschaft verfügt über einen tiefen Kader, mit dem auch die Belastung von zwei Spielen an einem Tag kein Problem darstellen sollte. Zudem haben die Sixers mit Zweitregionalligist USV Halle Rhinos den auf dem Papier leichtesten Gegner im Halbfinale.

Die Aschersleben Tigers gewinnen den Landespokal, weil...

er aus einer Saison mit vielen Auf und Abs eine doch noch besondere Spielzeit machen würde. In der 1. Regionalliga liegt die Mannschaft sieben Spieltage vor Saisonende auf Rang drei. Der Abstand nach oben ist jedoch genau so weit wie der zu den Abstiegsrängen. Mit anderen Worten: In der Liga ist nicht mehr viel zu holen, im Pokal aber noch ein Titel. Schon fünfmal konnten die Tigers die Trophäe holen, zum ersten Mal im Jahr 2001, damals noch als VfB Aschersleben. Den Rekord als alleiniger Champion „klauten“ den Tigers im Vorjahr ausgerechnet die BSW Sixers, die sich im Endspiel im Februar 2017 mit 83:74 durchsetzten. „Für uns ist das ein Highlight, und wir wollen natürlich in das Finale kommen“, sagt Tigers-Trainer Christian Schäfer, dessen Team nur eines der letzten sechs Ligaspiele verloren hat und selbstbewusst nach Wolmirstedt reist.

Die USV Halle Rhinos gewinnen den Landespokal, weil...

ihnen in dieser Saison alles zuzutrauen ist. Ohne ausländische Topspieler, einzig mit einheimischen Talenten, halleschen Routiniers und Studenten spielen die „Rhinos“ eine fantastische Saison in der 2. Regionalliga. 13 von 17 Spielen wurden bisher gewonnen, Platz drei in der Liga ist der Lohn. Hinzu kommt: Der USV Halle hat noch nie den Landespokal geholt. „Wir haben einfach eine klasse Teamchemie und gewinnen in der Liga in dieser Saison auch die Spiele, die wir bisher knapp verloren haben“, sagt Center Marcus Zawatzki. Klar, die BSW Sixers im Halbfinale sind ein dicker Brocken, aber für diesen USV ist eben wirklich gar nichts unmöglich.

Die SBB Baskets Wolmirstedt gewinnen den Landespokal, weil...

sie bisher in dieser Saison noch kein Pflichtspiel verloren haben. 16 Partien, 16 Siege. Kämen am Samstag die Nummer 17 und 18 dazu, würde der Titelträger im Landespokal erst zum zweiten Mal nach 1998 aus Wolmirstedt kommen, damals triumphierte der OBC Wolmirstedt. Die Baskets haben zudem den Heimvorteil auf ihrer Seite und könnten sich für ein mögliches Finale länger ausruhen: Würden sie im ersten Halbfinale um 14 Uhr gegen die Aschersleben Tigers als Sieger vom Feld gehen, bliebe ihnen zwei Stunden mehr Zeit zum Durchschnaufen als dem Gewinner der Partie BSW Sixers gegen USV Halle Rhinos (16 Uhr). Während die beiden Halbfinals in verkürzter Spielzeit über jeweils 4x8 Minuten ausgetragen werden, sind es im Endspiel um 19 Uhr dann volle 4x10 Minuten. Wolmirstedt hat einen Kader zusammengestellt, dem viele zutrauen, in seiner aktuellen Zusammensetzung eine Liga höher eine gute Rolle spielen zu können. Zudem trifft Trainer Michael Opitz im Halbfinale auf sein altes Team aus Aschersleben. In der Vorbereitung setzte es für die Tigers bereits ein deftige Klatsche gegen Wolmirstedt. Doch diesmal gelten die Pokalgesetze. (mz)