Elsterbrücke bei Lochau wird gesperrt

Halle/Lochau/MZ. - Die Elsterbrücke zwischen Lochau und Burgliebenau wird ab Samstagmittag wegen akuter Einsturzgefahr für den Verkehr auf Dauer am Freitag mit.

Von Gert Glowinski 07.07.2006, 20:15

Die Elsterbrücke zwischen Lochau und Burgliebenau wird ab Samstagmittag wegen akuter Einsturzgefahr für den Verkehr auf Dauer am Freitag mit.

Die Brücke ist für Autofahrer der einzige öffentliche Elsterübergang zwischen Halle und der A 9, deswegen kommen auf Pendler, Anwohner und Unternehmen erhebliche Einschränkungen und Mehrkosten zu. Denn laut Ministerium wird es keine Behelfsbrücke bis zur Fertigstellung des geplanten Neubaus geben. Begründung: auch ein Provisorium wäre viel zu teuer. Damit wären die beiden Schkopauer Ortsteile Lochau und Burgliebenau auf lange Zeit voneinander getrennt.

Grundlage für die Sperrung der baufälligen Brücke, für die bereits eine Belastungseinschränkung von 2,8 Tonnen gilt, ist ein neues Gutachten. Das hatte der Landesbetrieb Bau in Auftrag gegeben und aus dem geht hervor, dass "ein sofortiger Versagenszustand durch Eigengewicht" droht. Im Klartext: Die tragende Stahlkonstruktion ist laut Gutachten so marode, dass die Brücke auch ohne zusätzliche Belastung durch Autos jederzeit zusammenstürzen kann. "Dieses Ausmaß war bisher noch nicht klar", so Ministeriumssprecher Harald Kreibich zur MZ. Jetzt müsse gehandelt werden. Einige Spannungsglieder hätten bereits versagt. Die Planung für den Ersatzneubau, der nun offenbar an gleicher Stelle wie die alte Brücke entstehen soll, steht laut Ministerium kurz vor dem Abschluss.

Der Landkreis forderte am Freitag vehement die Errichtung einer Behelfsbrücke. "Der schlechte Zustand der Brücke war lange bekannt, es hätte viel eher gehandelt werden müssen", sagte Dezernent Steffen Eichner (SPD). Ohne Behelfsbrücke wären die Belastungen für die Bürger nicht hinnehmbar. Auch eine vom Landesbetrieb Bau ins Gespräch gebrachte Übergangslösung, einen Feldweg zwischen Raßnitz und der B181 auszubauen, sei wenig sinnvoll. "Diese Variante kostet unter Umständen mehr als eine Behelfsbrücke und dauert mindestens ein Jahr", so Eichner. Zudem führe dieser Weg mitten durch sensible Naturbereiche. Seite 10