Vier Jahre nach der Flut

Eissporthalle Halle: Provisorium soll wieder richtige Eissporthalle werden

Halle (Saale) - Noch ist der Eisdom in Halle (Saale) ein Provisorium. Für fast 18 Millionen Euro soll er zu einer vollwertigen Arena werden. Das Geld stammt aus der Fluthilfe.

Von Dirk Skrzypczak 02.10.2017, 05:00

Sachsen-Anhalts einzige Eissporthalle an der Blücherstraße ist ein Provisorium - noch. 2014 war die multifunktionale Arena in Betrieb gegangen. Ein Jahr zuvor hatte die Saaleflut der alten Eissporthalle am Gimritzer Damm einen Totalschaden verpasst. Der 2014 bezogene Sparkassen-Eisdom war als Übergangslösung gedacht, um den Eissport in Halle zu retten. Und nun soll das Provisorium durch Um- und Ausbauten zu einer vollwertigen Eissporthalle werden. Fließt das Geld aus dem Fluthilfetopf des Landes wie erhofft, sollen die Arbeiten im dritten Quartal 2019 beginnen und 2021 abgeschlossen sein.

Provisorium Eisdom in Halle (Saale): Klima greift das Material bereits an

„Wir sind der Stadt sehr dankbar, dass mit dem Provisorium die Zeit überbrückt werden kann. Das jetzige Gebäude ist aber nur eine Blechkonstruktion und keine Eissporthalle. Wir freuen uns, dass der Umbau bald beginnen soll“, sagt Daniel Mischner, Präsident der Saale Bulls. Der jetzige Eisdom verfüge weder über eine Lufttrocknung noch über eine Lüftung.

Das Klima setzt der Halle bereits zu, greift das Material an. Die Eisfläche ist eine mobile Zwischenlösung, und mehr als 2.200 bis 2.500 Personen passen nicht auf die Nottribünen. Für 17,9 Millionen Euro wird der Eisdom daher aufgemöbelt.

So wird der Eisdom in Halle (Saale) zur richtigen Eissporthalle ausgebaut

Die bestehende Halle soll durch Anbauten erweitert werden. Es gibt künftig im Norden einen vernünftigen Eingang mit gläsernem Foyer. Die Zuschauerkapazität steigt auf 3.300 Personen, die neuen Tribünen rahmen die Eisfläche von allen vier Seiten ein.

Vollwertig soll auch die Eisfläche selbst werden. Unter anderem werde ein Unterfrierschutz eingebaut, erklärt die zuständige Beigeordnete Judith Marquardt: „Das ermöglicht auch eine Sommernutzung.“ Freuen werden sich darüber neben den Saale Bulls auch die Eisläufer anderer Vereine sowie die Hobby-Sportler. Die Stadt will zudem die Außenanlagen so gestalten, dass dort 256 Auto- und 180 Fahrradstellplätze entstehen. Gebaut wird von 2019 bis 2021 jeweils in der Sommerzeit, um eine Nutzung der Halle in der Hauptsaison sicherzustellen.

Eisdom in Halle (Saale): Saale Bulls kämpfen mit Einnahmeverlusten

„Wir benötigen eine zukunftssichere Variante, die dem Eissport gerecht wird“, sagt Vereins-Chef Mischner. In die alte Eissporthalle hatten 4.500 Fans gepasst, bei Spitzenspielen war die Arena ausverkauft. „Durch die verringerte Kapazität haben wir jetzt bei Topspielen im Vergleich zum Gimritzer Damm Einnahmeverluste von einem Drittel“, sagt Mischner. Perspektivisch wollen die Bulls von der Oberliga in die 2. Liga aufsteigen. Dafür, so Mischner, benötige man vernünftige Rahmenbedingungen. Die sollen geschaffen werden. (mz)