Nach Hochwasser-Katastrophe

Einsatzkräfte aus Halle im Flutgebiet in Rheinland-Pfalz

Von Denny Kleindienst
Halles Bürgermeister Egbert Geier im MZ-Interview.
Halles Bürgermeister Egbert Geier im MZ-Interview. (Foto: Silvio Kison)

Halle (Saale)/MZ - Um 6.30 Uhr am Dienstagmorgen war es soweit. Zu der Zeit ging „die konkrete Abforderung der Kräfte ein“, wie Tobias Teschner, Leiter des Fachbereiches Sicherheit in Halle, erklärte. Die Stadt hatte auf die Entscheidung des Landes gewartet. Einsatzkräfte samt Technik standen schon am Vortag bereit, um die von der Flut betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz zu unterstützen.

Um 10.30 Uhr brachen schließlich 84 Kameradinnen und Kameraden der Berufsfeuerwehr Halle sowie mehrerer freiwilliger Feuerwehren mit 30 Fahrzeugen und drei Booten ins Katastrophengebiet in der Eifel auf. Mit Blaulicht fuhren sie vom Hof der Hauptfeuerwache in Neustadt. Ziel der Kolonne war laut Auskunft der Stadt zunächst der Nürburgring im Landkreis Ahrweiler. Von dieser Sammelstelle aus sollen die Einsatzkräfte durch die Einsatzleitung vor Ort verteilt werden. Zur mitgeführten Technik zählen auch Notstromaggregate und die Trinkwasserversorgung. „Die Stadt Halle kann ein breites Spektrum an Hilfeleistungen anbieten“, so Stadtsprecher Drago Bock. Denkbar sei beispielsweise die Suche nach Vermissten oder das Räumen von Straßen und Wegen.

„Den betroffenen Menschen in den Katastrophenregionen gilt mein tiefes Mitgefühl“

Halles Bürgermeister Egbert Geier (SPD) betonte, dass es für Hallenserinnen und Hallenser selbstverständlich sei, den betroffenen Landesteilen mit Spezialkräften und Technik zu helfen. Denn auch die Stadt Halle habe beim Hochwasser 2013 große Unterstützung aus vielen Regionen Deutschlands erhalten. „Den betroffenen Menschen in den Katastrophenregionen gilt mein tiefes Mitgefühl“, so Geier. „Wir können nicht annähernd erahnen, mit welchem Schmerz und Verlust die Menschen dort derzeit konfrontiert sind.“

Wie das Innenministerium in Magdeburg mitteilte, wird die länderübergreifende Hilfe im Hochwassergebiet Ahr auf Anforderung des Landes Rheinland-Pfalz geleistet. Vor Ort im Einsatz seien außerdem 85 Einsatzkräfte aus dem Harz-Kreis. Die Anforderung gelte zunächst für 48 Stunden. Eventuell wird ein Teil der hiesigen Kräfte noch länger vor Ort bleiben. Auch das THW hat sechs Einsatzkräfte aus Halle und elf Kollegen aus Weißenfels am Dienstagnachmittag mit sechs Fahrzeugen nach Rheinland-Pfalz geschickt. Sie wollen unter anderem mithelfen, die Schlammmassen zu beseitigen und Menschen zu versorgen.