„Eine Tradition in Gefahr"

„Eine Tradition in Gefahr": Debatte um Galopprennbahn in Halle geht weiter

Halle (Saale) - Die Grünen halten an ihrem Antrag fest, den Nutzungsvertrag für die Galopprennbahn auf den Passendorfer Wiesen durch den Stadtrat anzupassen. „Die Rahmenbedingungen haben sich seit dem Vertragsabschluss im Jahr 2005 stark verändert“, sagt Grünen-Stadtrat und Mitglied des Sportausschusses Dennis ...

Von Tanja Goldbecher 21.05.2019, 06:26

Die Grünen halten an ihrem Antrag fest, den Nutzungsvertrag für die Galopprennbahn auf den Passendorfer Wiesen durch den Stadtrat anzupassen. „Die Rahmenbedingungen haben sich seit dem Vertragsabschluss im Jahr 2005 stark verändert“, sagt Grünen-Stadtrat und Mitglied des Sportausschusses Dennis Helmich.

Debatte: Galopprennbahn für Veranstaltungen oder Reitbetrieb?

Schließlich sollen auf der mit Fluthilfemitteln sanierten Rennbahn künftig auch Veranstaltungen und Konzerte stattfinden. Das sei in dem bisherigen Nutzungsvertrag mit dem Rennsportverein jedoch noch nicht geregelt. Unterstützung bekommt die Fraktion von der SPD. „Wir sehen es ebenfalls so, dass der Vertrag nach der Sanierung aktualisiert werden sollte“, sagt Stadtrat Eric Eigendorf. Der Grünen-Antrag steht im Finanzausschuss am Dienstag auf der Tagesordnung.

Der Verstoß der Grünen hat aber auch massive Kritik hervorgerufen. Der Rennsportverein, der aktuell der einzige Nutzer der Galopprennbahn ist, befürchtet, dass damit weitere Nutzer auf das Gelände zugelassen werden könnten. Der hallesche Reitsportverein sucht beispielsweise dringend ein neues Vereinsgelände und will einen Teil der Galopprennbahn für seinen Hobby-Reitbetrieb nutzen.

Galopprennbahn in Halle eine Tradition

Laut dem Rennsportvereinschef Matthias Tandler wäre damit allerdings der professionelle Pferderennsport nicht mehr möglich – und die Zweckbindung der Fluthilfemittel von etwa elf Millionen Euro hinfällig. Die Stadtverwaltung betonte bereits im Vorfeld, dass sie beide Vereine unterstützen will, dem halleschen Reitverein derzeit jedoch kein anderes Objekt anbieten könne.

„Dieses unnötige Theater um die Doppelnutzung der Pferderennbahn muss schleunigst beendet werden“, sagt nun OB-Kandidat Andreas Silbersack (FDP). Eine Tradition stehe in der Gefahr, kaputt geredet zu werden. Die Stadt riskiere zudem, die Fluthilfemittel zurückzahlen zu müssen, sollten auf dem Gelände keine Pferderennen mehr stattfinden können. Außerdem gebe es in der Stadt bereits ein breites Angebot, auf Pferden das Reiten zu erlernen. (mz)