Holz-Skulpturen

Eine Kur für die Waldgeister in der Dölauer Heide

Von den zehn Holz-Skulpturen, die 2013 im Rahmen einer Bildungsaktion in der Dölauer Heide aufgestellt worden sind, müssen jetzt einige erneuert werden.

Von Katja Pausch
Künstler und Pädagoge  Evgeny Sidorkin (l.) und Ricco Siersleben, Teamleiter Forsten der Stadt Halle, haben sich zur Begutachtung der Holzskulpturen an der Figur des Waldkaters in der Dölauer Heide getroffen. Einige der insgesamt zehn Holzplastiken müssen erneuert werden.
Künstler und Pädagoge Evgeny Sidorkin (l.) und Ricco Siersleben, Teamleiter Forsten der Stadt Halle, haben sich zur Begutachtung der Holzskulpturen an der Figur des Waldkaters in der Dölauer Heide getroffen. Einige der insgesamt zehn Holzplastiken müssen erneuert werden. (Foto: Katja Pausch)

Halle (Saale)/MZ - Prüfend klopft Evgeny Sidorkin ans Holz, mit kritischem Blick betrachtet er die Figur des Waldkaters, der in unmittelbarer Nähe zum gleichnamigen Lokal eingangs der Dölauer Heide steht. „Der sieht ja noch ganz gut aus“, so das Urteil des Künstlers und Kunstpädagogen. Für die anderen der insgesamt zehn Holzskulpturen, die in einem gemeinsamen Projekt des Vereins „Hilfe für Flüchtlinge und Aussiedler“ und des Künstlers und Lehrers am Giebichenstein-Gymnasium entstanden sind und in der Heide ihren Platz haben, sieht es hingegen nicht so gut aus.

„Einige sind nicht mehr zu retten“, weiß auch Ricco Siersleben, Teamleiter Forsten und Landwirtschaft der Stadt Halle. Gemeinsam haben Sidorkin, Siersleben und Vereinschef Wolfgang Kupke die Figuren einer Begutachtung unterzogen. Fazit: Der Zahn der Zeit - Feuchtigkeit aus dem Waldboden, Regen, Trockenheit und andere Umwelteinflüsse - haben Waldgeist, Bischof, Wolf und der „Alten Heide“ ziemlich zugesetzt. Bei einigen Figuren genüge es, sie auszubessern oder am Sockel etwas zu kürzen, so Sidorkin, der die Skulpturen 2013 in dem Projekt „Bäume erleben Geschichte – Bäume erzählen Geschichte“ unter Mitwirkung von Migranten und deutschen Jugendlichen geschaffen hat. Die zwei Meter großen Holzfiguren sind Sagen der Dölauer Heide nachempfunden.

Die Figur des Bischofs ist stark angegriffen und muss  neu geschaffen werden. Mit diesem Postkartenmotiv wird um Spenden für das Projekt  geworben.
Die Figur des Bischofs ist stark angegriffen und muss neu geschaffen werden. Mit diesem Postkartenmotiv wird um Spenden für das Projekt geworben.
(Foto: Katja Pausch)

„Die Skulpturen finden bei den Hallensern großen Anklang“

Durch die Verwendung von weichem Holz - laut Sidorkin Pappel - und durch den Kontakt der Skulpturen mit dem Erdboden begann das Holz zu faulen, so dass die Figuren nicht mehr standsicher und zum Teil sogar umgefallen sind. „Bischof und Waldgeist mussten bereits entfernt werden, sie können nicht wieder aufgestellt werden“, so Siersleben. Heidespaziergänger hätten öfter nachgefragt, ob die Figuren gestohlen worden seien, so Siersleben. Die Stadt unterstütze das Projekt, indem es den Transport der Figuren finanziere und das Holz zur Verfügung stelle. „Dafür wird aber kein Nutzholz verwendet, sondern Holz von Bäumen, die aus Verkehrssicherungsgründen gefällt werden müssen“, stellt Siersleben klar.

Statt Pappel käme jetzt Eiche zum Einsatz. „Das Holz ist härter“, so Sidorkin, der die Stämme mit Kettensägen bearbeitet und die Figuren mit Beitel und feinerem Werkzeug aus dem Holz herausarbeitet. „Die Skulpturen finden bei den Hallensern großen Anklang“, so Kupke, dessen Verein 2013 das Projekt angeschoben und mit Hilfe von Lotto Toto und des Ausländerbeauftragten finanziert hat und nun für das aktuelle Projekt Spenden sammelt. Im Zuge der Restauration soll an jeder Plastik auch ein QR-Code angebracht werden, der die entsprechende Sage erzählt.

Auf 99funken.de/skulpturen gibt es weitere Informationen zum Spenden, sowie auf fluechtlingshilfe-halle.de.