Drei Minuten bis zum OP-Saal

HALLE/MZ. - "An welchem Ort sonst hat man einen 360-Grad-Rundblick über die Stadt", sagt Susanne Rost, die als Geschäftsbereichsleiterin im Universitätsklinikum auch für diesen wichtigen Platz im siebenten Stock des Erweiterungsbaus verantwortlich ist. Ein Blick, den gleichwohl nicht viele Leute zu sehen bekommen. Denn außer für wichtige Gäste oder an Tagen der offenen Tür bleibt der Hubschrauberlandeplatz für die Öffentlichkeit ...

Von INES KRAUSE 14.12.2009, 17:27

"An welchem Ort sonst hat man einen 360-Grad-Rundblick über die Stadt", sagt Susanne Rost, die als Geschäftsbereichsleiterin im Universitätsklinikum auch für diesen wichtigen Platz im siebenten Stock des Erweiterungsbaus verantwortlich ist. Ein Blick, den gleichwohl nicht viele Leute zu sehen bekommen. Denn außer für wichtige Gäste oder an Tagen der offenen Tür bleibt der Hubschrauberlandeplatz für die Öffentlichkeit tabu.

Diejenigen, die ansonsten dort oben regelmäßig vor Ort sind, haben anderes zu tun, als die Aussicht zu genießen. Neben den Piloten und Notärzten sind das vor allem ausgewählte Mitarbeiter aus dem Wachschutz. Sie nämlich sind es, die bei sämtlichen Starts und Landungen anwesend sein müssen, zum Beispiel um die Lichtanlage oder die Heizung der Landefläche in Betrieb zu setzen.

Am 21. August 2003 wurde das im Durchschnitt 36 Quadratmeter große Rondell in Betrieb genommen. Seitdem hat sich die Situation für die Behandlung von Notfallpatienten und Schwerstkranken im Klinikum entscheidend verbessert. "Denn es dauert nach der Landung maximal drei Minuten bis ein Patient im OP ist", sagt Susanne Rost. Ähnlich kurz sind die Wege zur Intensivstation, was die Überlebenschancen der Patienten mitunter erheblich verbessert. Übrigens: Entgegen der landläufigen Meinung kommen auf dem Luftweg nicht nur medizinische Notfälle ins Klinikum. Auch so genannte Intensiv-Verlegungen, zum Beispiel von Frühgeborenen aus kleineren, nicht so gut ausgestatteten Krankenhäusern, werden auf diese schonende Weise transportiert. "Auch für die Anwohner hat der neue Hubschrauberlandeplatz Vorteile gebracht", so Rost. Nicht nur, dass er "das Modernste ist, was ein Krankenhaus in diesem Bereich haben kann", er bringe auch weniger Lärmbelästigung mit sich. Der Grund dafür ist ganz banal: Während die Flieger mit den riesigen Rotoren früher auf einer Wiese vor dem alten Bettenhaus landeten, tun sie dies heute in luftiger Höhe auf einer 25 Meter hohen und 35 Tonnen schweren Plattform, die auf zwölf riesigen Stützpfeilern aus Beton steht.

Mehr als 2 500 Flüge wurden seit der Einweihung des Hubschrauberlandeplatzes abgewickelt. Allein im Jahr 2008 waren es insgesamt 443 Landungen - Tendenz übrigens steigend. Denn diese Zahl war Anfang Dezember dieses Jahres mit 409 Landungen bereits fast erreicht. Susanne Rost: "Wir verzeichnen eine zunehmende Flugaktivität".