Blau-Weiß Brachstedt gegen VfL Halle 96

Blau-Weiß Brachstedt gegen VfL Halle 96: Routine bezwingt Jugend

Brachstedt - So richtig hat sich Manoel Arnhold noch nicht daran gewöhnt, nur Trainer zu sein. Bei den letzten Partien seiner Kicker vom Fußball-Landesligisten Blau-Weiß Brachstedt blieb dem 38-Jährigen keine andere Wahl, weil er eine Rotsperre absitzen musste. Doch am Sonnabend war es endlich wieder so weit. Arnhold durfte wieder auf den Platz. Und sich beim 7:0 (4:0)-Erfolg seiner Mannschaft gegen die Reserve des VfL Halle 96 zur Krönung sogar erstmals in dieser Saison in die Torschützenliste einschreiben. In der 43. Minute verwandelte er einen Foulstrafstoß zum Halbzeitstand. Außer ihm traffen noch Mathias Allert (2.), David Reza (12., 39.), Ron Völkel (50.), Thomas Brandt (63.) und Nabil Daouri (72.). Sechs Schützen teilten sich sieben ...

Von Karl Ebert 08.03.2016, 07:46

So richtig hat sich Manoel Arnhold noch nicht daran gewöhnt, nur Trainer zu sein. Bei den letzten Partien seiner Kicker vom Fußball-Landesligisten Blau-Weiß Brachstedt blieb dem 38-Jährigen keine andere Wahl, weil er eine Rotsperre absitzen musste. Doch am Sonnabend war es endlich wieder so weit. Arnhold durfte wieder auf den Platz. Und sich beim 7:0 (4:0)-Erfolg seiner Mannschaft gegen die Reserve des VfL Halle 96 zur Krönung sogar erstmals in dieser Saison in die Torschützenliste einschreiben. In der 43. Minute verwandelte er einen Foulstrafstoß zum Halbzeitstand. Außer ihm traffen noch Mathias Allert (2.), David Reza (12., 39.), Ron Völkel (50.), Thomas Brandt (63.) und Nabil Daouri (72.). Sechs Schützen teilten sich sieben Treffer.

„Das ist eigentlich unsere neue Strategie. Wir wollten in diesem Spieljahr davon wegkommen, dass wir uns bei den Toren ausschließlich auf unsere Offensiv-Abteilung verlassen. Das ist bislang gut gelungen. Wir strahlen Torgefahr aus allen Mannschaftsteilen aus und sind dadurch wesentlich schwerer ausrechenbar“, sagt Arnhold.

Nicht gerade berauschend

Die Saalekreis-Elf, die seit vier Spielen ungeschlagen ist, und in besagten vier Partien 18 Treffer erzielte, hat nach 18 Saison-Begegnungen 39 Tore zu Buche stehen. Ihr bester Torschütze aktuell ist Thomas Brandt, der sechs Mal getroffen hat und damit gerade einmal auf Platz 17 der Landesliga-Torschützenliste rangiert. Nicht gerade berauschend. Aber wenn man weiß, dass sich in diese 39 Saisontore insgesamt 13 Schützen hineinteilen, dann spricht das wiederum für die Richtigkeit von Arnholds Einschätzung.

Leider habe seine Mannschaft diese Leistungen bisher aber nur gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellenteil nachgewiesen und nicht gegen die Großen der Liga. Doch viele davon gibt es nicht mehr. Denn auf Spitzenreiter Blau-Weiß Dölau und seine Verfolger Rot-Weiß Thalheim und Blau-Weiß Zorbau folgt nun schon Brachstedt. Arnholds Mannschaft ist auf dem besten Weg, ihre erfolgreichste Saison in der Landesliga zu spielen. Dafür muss sie aber auch das Kontrastprogramm der nächsten Wochen meistern. Am Sonnabend geht es zunächst zum Schlusslicht SG Ramsin, ehe am 19. März der Tabellenführer aus Dölau in Brachstedt erwartet wird. Gelingt Arnholds Männern dann die Revanche für die 0:1-Hinspielniederlage, steht der Liga noch ein ganz heißes Frühjahr ins Haus.

Die Puste ging aus

Der jüngste Erfolg der Blau-Weißen war auch ein Sieg der Routine gegen die Jugend. Während die Brachstedter mit einem Durchschnittsalter von jenseits der 26 Jahre eines de ältesten Teams der Liga stellen, brachten es die VfL-Akteure auf gerade einmal 22 Lenze. Und dabei pushte Torwart Marco Kryschak den Schnitt mit seinen 39 Jahren sogar noch nach oben.

Der etatmäßige Feldspieler der dritten VfL-Mannschaft, der der nach der Winterpause nach gleich zwei Abgängen chronisch unter Torwart-Mangel leidenden zweiten nur aushalf, wurde dabei zur tragischen Figur. Nach zwei Minuten kassierte er den ersten Gegentreffer, nur fünf Uhrzeiger-Umdrehungen später klärte er außerhalb des Strafraumes mit der Hand, sah Rot und sorgte so dafür, dass ein anderer Feldspieler zwischen die Pfosten musste. „Das hat uns natürlich in die Karten gespielt“, sagte Brachstedts Spielertrainer Arnhold. „Wir haben den Ball ordentlich laufen lassen, mit viel Geduld und hoher Disziplin gespielt. Da haben sich die Möglichkeiten zwangsläufig ergeben. Am Ende haben wir auch vom Kräfteverschleiß der VfLer profitiert.“

Für den VfL scheint der Abstieg bei neuen Punkten Rückstand zum rettenden Ufer kaum noch abwendbar. Doch wo soll es für die Brachstedter noch hingehen? „Schön den Ball flachhalten und erst einmal gegen die Großen bestehen“, lässt sich Arnhold nicht locken. (mz)