„Bierkanzlei“ in Halle„Bierkanzlei“ in Halle: Liebhaber mit Plädoyer für gutes Bier

Halle (Saale) - Der Deutschen liebstes Getränk ist - da gibt es sicher keinen Zweifel - Bier. Zumeist wird es als ganz profanes Getränk, das nicht viel kosten soll, konsumiert. Doch auch unter den Liebhabern, deren Leitspruch „Hopfen und Malz - Gott erhalt’s“ ist, gibt es zunehmend echte Genießer. Solche, die gerne etwas mehr für ein gepflegtes Bier ausgeben würden. Bloß wo? Im Super- oder Getränkemarkt stehen zwar jede Menge Sorten, aber manchmal soll es dann eben doch mal etwas Besonderes sein. Schließlich gibt es nicht nur bei Weintrinkern die sprichwörtlichen Liebhaber eines guten Tropfens - nein, auch der Bierfreund will ...

Von Katja Pausch 03.10.2016, 10:00

Der Deutschen liebstes Getränk ist - da gibt es sicher keinen Zweifel - Bier. Zumeist wird es als ganz profanes Getränk, das nicht viel kosten soll, konsumiert. Doch auch unter den Liebhabern, deren Leitspruch „Hopfen und Malz - Gott erhalt’s“ ist, gibt es zunehmend echte Genießer. Solche, die gerne etwas mehr für ein gepflegtes Bier ausgeben würden. Bloß wo? Im Super- oder Getränkemarkt stehen zwar jede Menge Sorten, aber manchmal soll es dann eben doch mal etwas Besonderes sein. Schließlich gibt es nicht nur bei Weintrinkern die sprichwörtlichen Liebhaber eines guten Tropfens - nein, auch der Bierfreund will genießen.

Und genau für den wollen zwei Hallenser jetzt quasi „Anwälte“ sein: In der neu eröffneten „Bierkanzlei“ am Uniring/Ecke Kleine Ulrichstraße heißen Max Leißring und Lukas Röse jeden willkommen - egal, ob er nur „ein Bier, bitte“ trinken oder sich durch die weite Welt der Biere kosten möchte.

Gemeinsam am Projekt getüftelt

Seit langem schon wollte Lukas Röse etwas Eigenes machen. Der Hallenser hatte bereits während seines Journalistik-Studiums nebenher in der Gastronomie gejobbt - und dort auch seinen künftigen Geschäftspartner Max Leißring kennengelernt.

Gemeinsam wurde am Projekt der „Bierkanzlei“, in der Biere aus aller Herren Länder angeboten werden sollten, getüftelt. „Und dann ging alles ganz schnell“, so Lukas Röse, der bisher im angesagten Restaurant „Immergrün“ gearbeitet hat und für Verkostungen auch jetzt mit dem Lokal kooperieren will. Von der Idee bis zur Eröffnung vor wenigen Tagen verging schließlich weniger als ein halbes Jahr. Im ehemaligen Foyer des einstigen Kinos Urania 70, das viele Jahre vom „Flower Power“ mitgenutzt wurde, haben Röse und Leißring zwei Wochen lang meterhohe Wände gemalert, Regale aufgestellt und dekoriert.

Sieben Stunden Putzen

„Sieben Stunden nahm allein das Putzen des schmucken Kronleuchters in Anspruch“, lacht Röse. Den wollten die beiden unbedingt behalten. Eine gute Freundin hat für die beiden das Logo entworfen, und ein Köthener Holzfachmann hat die insgesamt 14 Regale für den Laden gebaut, die jeweils 400 Kilogramm aushalten müssen: Bier ist eben schwergewichtig.

Nun bieten die beiden Experten in Sachen Hopfen und Malz unglaubliche 240 Sorten Craft-Beer - also handwerklich gebrautes Bier - an: Ob Chili-Bier aus den USA oder Indian Pale Ale aus Honolulu, kanadisches Gurken- oder englisches Honig-Bier, mehrere Sorten der Rügener Inselbrauerei oder isländisches Einstök, dunkles Lagerbier von den Färöer Inseln oder - ganz edel - Champagner-Bier aus Flandern - in der „Bierkanzlei“ ist alles vertreten. „Allerdings haben wir von jeder Sorte nur ein oder zwei Kisten - wenn’s alle ist, ist es eben erstmal alle“, so Lukas Röse. Man verstehe sich schließlich als Spezialitätengeschäft - so wie es das für Wein und Schokolade schon lange gibt.

Dennoch brauche niemand Schwellenangst zu haben: Die beiden Bier-Experten, die noch im Oktober ihr erstes Bier-Seminar veranstalten, beraten Unkundige in ihrem urig eingerichteten Laden gern auch beim Kauf - einschließlich einer Kostprobe. Und sie behaupten: „Es gibt für jeden Anlass das passende Bier“. Na denn: Prost! (mz)