Baustellen-Marathon in und um Halle

Baustellen in und um Halle: Hier wird 2019 wieder kräftig gebuddelt

Halle (Saale)/Saalekreis - An der B80 sollen die Arbeiten an der Brücke zur „Friedhofskreuzung“ beginnen. Auf dem Programm stehen auch weitere altbekannte Projekte.

Von Robert Briest 11.02.2019, 09:35

Autofahrer müssen sich bei Baustellen künftig auf mehr Vollsperrungen einstellen. Wie Petra Witte, Bereichsleiterin-Süd des Landesstraßenbaubetriebs, erklärte, liegt das an einer seit Dezember verbindlich geltenden Arbeitsschutzregelung. Deswegen seien im Vorfeld des vielerorts ab April beginnenden Baujahres auch zahlreiche Absprachen mit dem Saalekreis notwendig gewesen, um Umleitungen zu organisieren. Denn die für Land- und Bundesstraßen zuständige LSBB hat 2019 einiges im nördlichen Saalekreis vor. Ein Überblick:

Neue Brücke über die B80 an der „Friedhofskreuzung“

Die Neugestaltung der „Friedhofskreuzung“ an der B80 kurz hinter dem Ortsausgang Halle hat bereits für zahlreiche Diskussionen gesorgt. Naturschützer beklagten die Rodungen von Bäumen, Landbesitzer wollten ihre Flächen nicht hergeben.

Am 1. April sollen nun nach den bauvorbereitenden Maßnahmen jedoch die eigentlichen Arbeiten für den „planfreien Knoten“ beginnen. Wie André Krünholz, LSBB-Fachbereichsleiter Straßenbau, erläuterte, soll zunächst die neue Brücke über die B80 entstehen, nebst einigen Aufschüttungen für die Dämme.

Die Brücke soll im kommenden Jahr fertig sein. „Dann folgt 2020/21 der Straßenbau.“ Die Kreuzung am Friedhof, die täglich etwa 35.000 Fahrzeuge passieren, gilt als Unfallschwerpunkt.

Brückenmarathon im Saalekreis geht weiter

Die traditionsreichste unter den Straßenbaustellen der Region auf der B 91 zwischen Halle-Ammendorf und Schkopau wird auch 2019 fortgesetzt: Zunächst soll bis zum Frühjahr der Straßenbau auf der neuen Saalebrücke gen Süden bis einschließlich der Buna-Rampe beendet werden.

Bereits begonnen hat zudem im vergangenen Herbst der Abriss der Elsterflutbrücke in Richtung Halle. Das 80 Meter lange Bauwerk ist fast komplett verschwunden. Der Neubau soll wieder in Verbundbauweise und auf Pfeilern erfolgen. Die LSBB rechnet mit einer Fertigstellung im Frühjahr 2020. Dann wären die über ein halbes Jahrzehnt andauernden Bauarbeiten auf diesem Streckenabschnitt vorerst beendet.

Die LSBB lässt derzeit allerdings die erst 1998 sanierte Saalebrücke Richtung Halle untersuchen. Weitere Bauarbeiten dort sind für die Zukunft also nicht ausgeschlossen.

Welle zwischen Höhnstedt und Langenbogen braucht weiter Stützmauern

Auf eine lange Baugeschichte kann allerdings auch die Welle (L 156) zwischen Höhnstedt und Langenbogen zurückblicken. Bis zum Sommer war sie etwa wegen des Neubaus der Salzabrücke voll gesperrt, zudem wurden die Stützmauern oberhalb der Straße verstärkt. Auch 2019/20 stehen wieder Stützmauern im Fokus der Arbeiten. Diesmal aber jene unterhalb der Landstraße.

„Hier haben wir große Schäden festgestellt, die teilweise auch durch Unterspülung entstanden sind“, berichtet Krünholz. Um weitere Unterspülungen zu verhindern, soll auch der Bach, der neben der Straße verläuft, renaturiert werden. Für dieses Jahr sind zunächst vorbereitende Maßnahmen geplant. „Der eigentliche Bau folgt 2020“, sagt der Fachbereichsleiter und kündigt bereits neuerliche Vollsperrungen an.

Drei Wochen Sperrung der L 164 zwischen Wansleben am See und Steuden

Auf der L 164 zwischen Wansleben am See und Steuden beginnen in Etzdorf im Juni Arbeiten an einer Brücke. Die sollen bis September andauern. Zwischendurch ist eine dreiwöchige Sperrung der Straße geplant.

Die Brücke sei beschädigt, aufgrund des Schwerlastverkehrs zu einem neuen Windfeld sei eine Sanierung dringend notwendig, begründet die LSBB die Maßnahme. Weiter östlich, in Hohenthurm, beginnt im Mai/Juni die Sanierung der L 168 auf insgesamt 1,4 Kilometern. Die Arbeiten sollen bis 2021 dauern. In der Ortslage Brachwitz möchte die LSBB von April bis zum Jahresende die L 162 grundhaft sanieren - inklusive Nebenanlagen und Regenwasserkanal.

Kopfsteinpflaster adé

Auch südlich der Saale wird auf dieser Landstraße 2019 gebaut. Die Kopfsteinpflasterpiste zwischen Neuragoczy und der Kreuzung nach Lettin soll im Juli eine Asphaltdecke erhalten. „Der Bau muss in einem Monat erfolgen, weil die Fähre in dieser Zeit generalüberholt wird“, erklärt Witte. Ihre Behörde wolle zudem ab etwa Mai bis Jahresende die Straße zwischen Dieskau und Döllnitz sanieren. (mz)