Kriminalität

Angriffe auf junge Menschen in Halle: Polizeichefin sieht "keine feste Jugendbanden“

Die Raubüberfalle unter Jugendlichen in Halle haben sich seit vergangenem Oktober sprunghaft erhöht. Es gibt aber kein festes Täterprofil. Polizeidirektorin Annett Wernicke erstattete nun den Stadträten Bericht.

Aktualisiert: 13.05.2022, 09:31 • 12.05.2022, 20:47
Jugendliche versammeln sich häufig vor dem Landesmuseum. Zum Teil kommt es dort zu Übergriffen.
Jugendliche versammeln sich häufig vor dem Landesmuseum. Zum Teil kommt es dort zu Übergriffen. Foto: Silvio Kison

Halle (Saale)/MZ/TGO - In Halle hat sich die Jugendkriminalität seit Oktober 2021 sprunghaft erhöht. Das teilte Polizeidirektorin Annett Wernicke im Ordnungs- und Umweltausschuss am Donnerstag mit. Alleine zwischen Januar und März 2022 seien 36 Vorfälle bekannt geworden. Dabei sei auffällig, dass sich Jugendliche gegenseitig angreifen. Die Täter nehmen den Opfern häufig Geld, Zigaretten oder Kopfhörer ab.

Die Vorfälle würden sich dabei nicht auf einen Stadtteil oder bestimmte Orten begrenzen. Laut Wernicke stammen die Tatverdächtigen aus ganz Halle. Nachdem die Raubüberfälle vor allem vor dem Landesmuseum oder auf der Ziegelwiese stattgefunden haben, würde es immer wieder neue Tatorte geben. Die Jugendlichen würden häufig in Gruppen auftreten. „Es gibt aber keine feste Jugendbanden“, sagte Wernicke. Die Konstellationen würden häufig wechseln.

Die Nachfrage des AfD-Fraktionsvorsitzenden Alexander Raue, ob vor allem ausländische Täter deutsche Jugendliche angreifen würden, verneinte die Polizeichefin. Unter den Tatverdächtigen gebe es ebenso viele Deutsche wie jene mit einem Migrationshintergrund.