Abgeschaltet

Abgeschaltet : Facebook schließt Hetzerportal Halle-Leaks

Halle (Saale) - Über Monate hinweg waren auf auch der„Halle-Leaks“ diffamierende Gerüchte über Flüchtlinge verbreitet worden.

Von Jan Schumann 22.05.2016, 19:23

Das Hetzportal „Halle-Leaks“ ist vom Onlineanbieter Facebook abgeschaltet worden. Die Facebook-Seite, die von einem früheren Mitglied des Neonazi-Netzwerks Blood and Honour betrieben wurde, war am Wochenende nicht mehr erreichbar.

Über Monate hinweg waren auf „Halle-Leaks“ diffamierende Gerüchte über Flüchtlinge verbreitet worden, in den Kommentarspalten hatte der Betreiber rechtem Gedankengut der Nutzer Raum gelassen. Die Beiträge erreichten Zehntausende Nutzer im Netz. Unter anderem war das Gerücht verbreitet worden, dass der Hausmeister des ehemaligen Maritim-Hotels in Halle, das seit September als Flüchtlingsunterkunft dient, getötet worden sei. Der Betreiber hat mittlerweile eine Ausweichseite auf Facebook eingerichtet.

Aus welchem Grund die Seite abgeschaltet wurde, blieb zunächst offen. In der Vergangenheit waren Internetnutzer regelmäßig juristisch gegen den Betreiber vorgegangen. Sebastian Striegel, Innenexperte der Grünen im Landtag, bezeichnet die Seite als „Durchlauferhitzer für Hass gegen Flüchtlinge und politische Gegner“.

Auch gegen Grüne, Linke, SPD und CDU hatten sich die Beiträge von „Halle-Leaks“ gerichtet. So veröffentlichte der Betreiber Namen, Fotos und Kontaktadressen von politischen Gegnern. Striegel hatte mehrfach Strafanzeige gestellt. Der Seitenbetreiber ist gleichzeitig Initiator der wöchentlichen Montagsdemos in Halle, bei denen ebenfalls rechtem und antizionistischem Gedankengut Raum gegeben wird.  (mz)