US-Car-Treffen in Gräfenhainichen

So manches Schmuckstück

Kurzfristig organisiertes US-Car-Treffen in Ferropolis lockt viel mehr Fans an als gedacht. Der Erlös soll Flutopfern an der Ahr zugute kommen.

Von Dietmar bebber
Für Ordnung beim US-Car-Treffen in Ferropolis sorgte nicht nur die Security, sondern auch Marshall Baxter.
Für Ordnung beim US-Car-Treffen in Ferropolis sorgte nicht nur die Security, sondern auch Marshall Baxter. (Foto: Bebber)

Gräfenhainichen - Ronny Theer war überwältigt. Er hatte zwar mit weit über 50 Fahrzeugen gerechnet, die zu seinem innerhalb von nur zwei Wochen organisierten „US-Car-Treffen“ nach Ferropolis kommen würden. Dass es dann aber 147 Fahrzeuge amerikanischer Bauart waren, das übertraf seine Erwartungen dann doch schon um einiges.

Ob Mustang, Cadillac, Pick-Up, Hot Rod - sie alle bereiteten den Zuschauern einen Augen- und Ohrenschmaus. Überall blitzendes Chrom, fette Reifen und bollernde Motoren. All das, was man sich unter „echt amerikanisch“ vorstellt, sorgte für glänzende Augen. Es wurde gefachsimpelt, gestaunt und fotografiert.

Erster Jeep weltweit

Natürlich war da auch so manches Schmuckstück mit ganz eigener Geschichte, so wie der „Willys“ von Karl Krüger aus Möhlau. Der „Willys“ ist laut Krügers Recherche der erste Jeep weltweit und wurde im Auftrag der US-Regierung während des zweiten Weltkrieges innerhalb von nur acht Wochen konstruiert und dann in Massen produziert.

Krügers Jeep wurde 1944 gebaut und dann in Frankreich eingesetzt. Nach Ende des Krieges fuhr dieser „Willys“ jahrzehntelang auf den Philippinen. Als Krüger ihn 2014 erwarb, war er schon sehr verschlissen. Unter den Händen des Bastlers wurde er jedoch schnell wieder fahrtauglich.

Ein Hingucker war auch der „Dodge B 150“ des Berliners Klaus Hargas. Der hatte seinen 170 PS starken Dodge innerhalb von nur drei Jahren seinen Bedürfnissen entsprechend als Wohnmobil umgebaut. Damit fährt er nun zu zahlreichen Treffen quer durch Europa und hat sein Bett immer dabei. Das Besondere an diesem Dodge ist, dass er umgerüstet wurde und jetzt ausschließlich mit Gas angetrieben wird. Ein besonderes Fotoobjekt war zudem der original nachgebaute Jeep aus der amerikanischen Action-Serie „Das A-Team“.

Wunsch nach Wiederholung

Für die nötige Ordnung sorgte während der Veranstaltung nicht nur das umsichtige Team der Security, sondern auch der eigens angereiste Marshall Baxter, der seinen bürgerlichen Namen aus „Sicherheitsgründen“ nicht preisgeben konnte. Immer wieder kam unter den zahlreichen Besuchern, aber auch bei den Ausstellern der Wunsch auf, ein solches Treffen zu wiederholen, vielleicht sogar über mehrere Tage. Dann könnte weitaus mehr möglich sein, als bei diesem kurzfristig anberaumten Termin. Der Reinerlös aus diesem Treffen wird, sobald die Summe feststeht, den Flutopfern in den Überschwemmungsgebieten an der Ahr zugutekommen.

In dem Betrag werden dann auch die 555 Euro enthalten sein, welche Theer von „Voigt's Pflanzenhof“ aus Priorau erhalten hat. Dies sind die Erlöse des dort förmlich ins Wasser gefallenen US-Car-Treffens. Nicht nur bei diesem Spender, sondern auch bei all den anderen Helfern wie der Feuerwehr, die Bierzeltgarnituren stellte, bedankte sich Ronny Theer noch einmal ganz besonders. Und bei der Ferropolis GmbH, die schnell und unbürokratisch für diese Benefizveranstaltung gewonnen werden konnte und hilfreich zur Seite stand.

Karl Krüger aus Möhlau hat ein Exemplar des  legendären ?Willys? erworben und wieder fahrtüchtig gemacht.
Karl Krüger aus Möhlau hat ein Exemplar des legendären ?Willys? erworben und wieder fahrtüchtig gemacht.
(Foto: Bebber)