Karneval in Gräfenhainichen

Karneval in Gräfenhainichen: Narren trotzen dem Regen

Gräfenhainichen - Was am 11.11. um 11.11 Uhr mit der Schlüsselübergabe auf der Freilichtbühne begann, endete am gestrigen Sonntag im Gräfenhainicher Sportforum mit der After-Show-Party - die 46. Session des „Gräfenhainicher Carneval Club GCC“. Wie in jedem Jahr sollte natürlich zuvor die karnevalistische Zeit mit dem Rosensonntagsumzug durch Gräfenhainichen den gebührenden Abschluss finden. Lange hieß es jedoch bangen, ob der Zug überhaupt gestartet werden kann. Köln und Düsseldorf hatten wegen des stürmischen Wetters sämtliche Sonntagsumzüge abgesagt. Aber die Zug-Verantwortlichen Matthias Pietsch und Karsten Knape konnten Entwarnung geben: „Egal wie es regnet, wir werden den Umzug definitiv durchführen.“ Und so setzte sich dieser pünktlich um 14 Uhr in ...

Von Dietmar Bebber 24.02.2020, 09:03

Was am 11.11. um 11.11 Uhr mit der Schlüsselübergabe auf der Freilichtbühne begann, endete am gestrigen Sonntag im Gräfenhainicher Sportforum mit der After-Show-Party - die 46. Session des „Gräfenhainicher Carneval Club GCC“. Wie in jedem Jahr sollte natürlich zuvor die karnevalistische Zeit mit dem Rosensonntagsumzug durch Gräfenhainichen den gebührenden Abschluss finden. Lange hieß es jedoch bangen, ob der Zug überhaupt gestartet werden kann. Köln und Düsseldorf hatten wegen des stürmischen Wetters sämtliche Sonntagsumzüge abgesagt. Aber die Zug-Verantwortlichen Matthias Pietsch und Karsten Knape konnten Entwarnung geben: „Egal wie es regnet, wir werden den Umzug definitiv durchführen.“ Und so setzte sich dieser pünktlich um 14 Uhr in Bewegung.

Trockener Fensterplatz

Von Glück konnten die Zuschauer sprechen, die über einen Fensterplatz verfügten. Schließlich regnete es die ganze Zeit. Das vertrieb diesmal viele Zuschauer von den Straßen zur Freude derer, die dem Regen trotzten. Sie konnten so nämlich weitaus mehr Kamelle abfassen als sonst. Selbst GCC-Präsident Frank Hünsche konnte sich nicht an einen solch verregneten Umzug erinnern. „Aber einmal hatten wir Schnee“, erinnerte er sich. Den hätten auch die Möhlauer Narren in ihrem „MFC Narrenkarren“ unbeschadet überstanden.

Anders war es da schon beim Prinzenpaar Prinzessin Ulli I. und Prinz Peppi I. Sie mussten in eine Rikscha umsteigen, denn Kutschen und Pferde waren nicht genehmigt. Nichtsdestotrotz konnte das Prinzenpaar viele Gäste begrüßen.

Der 1. SV Finken Raguhn hatte bei seiner Premierenteilnahme sogar das eigene Prinzenpaar „Marco und Ronny“ mitgebracht. Selbst die „Bürgerinitiative Jüdenberg“ war am Start und natürlich war hier die geplante Deponie das Thema Nummer eins. Mit Sprüchen wie „Hier ruht der Tourismus – er starb viel zu früh“ oder „Kommt die Deponie - Das verzeih´n uns unsere Kinder nie“ wiesen sie auf das brennende Thema hin. Ähnliche Sorgen plagen „Spiegel’s Weiber“, denn „Die Bonpflicht macht die Wälder kahl, ein Virus unseren Narrensaal“.

Keine Sorgen hatte scheinbar Gräfenhainichens Bürgermeister Enrico Schilling. Trotz bestehender Pflicht zur Haushaltskonsolidierung verteilte er diesmal die Geschenke mit vollen Händen an die Bürger. Die Feuerwehren der Stadt Gräfenhainichen hatten sich dagegen als Motto „Retten Löschen Bergen Schützen“ auf die Fahnen geschrieben. Die anderen waren aber in erster Linie zum Feiern angereist.

Mit Musik und Schlachtruf

Ob der SKV Söllichau 1973, die „Ranjeboomer Narrengilde“ und die „Schleesener Weiber“ oder der RCC Rot-Gelb-Rehsen zusammen mit dem „Faschingsklub Schlaitz“, keiner ließ sich die gute Laune vom Wetter verderben, alle feierten mit Musik und ihren Schlachtrufen ausgiebig mit den am Straßenrand stehenden Zuschauern. Besonders ins Zeug gelegt haben sich neben den Möhlauern auch der Ruderklub Zschornewitz mit seinem „musikalischen“ Schlagmann Falk Brämer. Dass die Zschornewitzer Tanzgirls und -boys was vom Feiern und Tanzen verstehen, das haben sie schon oft genug nicht nur in der Region unter Beweis gestellt. Dagegen konnte der GCC zum ersten Mal auch den „Jüdenberger Schützenverein“ und die „Historische Bauschlosserei und Schmiedewerkstatt August Reinhard“ willkommen heißen.