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Bauprojekt liegt im Zeitplan Unternehmerverband feiert Richtfest für Neubau auf dem Gelände des Klosters Helfta

Vor dem Liboriushaus auf dem Gelände des Klosters Helfta errichtet der Unternehmerverband Mansfeld-Südharz derzeit einen Neubau. Nun wurde Richtfest gefeiert. Wann mit der Fertigstellung gerechnet wird.

Von Jörg Müller 13.06.2024, 12:00
Rund drei Monate nach der Grundsteinlegung konnte  bereits das Richtfest gefeiert werden.
Rund drei Monate nach der Grundsteinlegung konnte bereits das Richtfest gefeiert werden. (Foto: Jürgen Lukaschek)

Eisleben/MZ. - Dass gleich elf Menschen die symbolischen letzten Nägel in den Dachstuhl schlagen, sieht man auch nicht oft bei einem Richtfest. Aber das Gebäude, dessen Rohbau-Fertigstellung nach alter Handwerkstradition gefeiert wurde, hat eben nicht nur einen, sondern mehrere Bauherren.

Richtfest für neues Gebäude auf dem Klostergelände

Insgesamt 15 Mitglieder des Unternehmerverbandes Mansfeld-Südharz/Wirtschaftsregion A 38 haben sich für ein Projekt auf dem Gelände des Klosters Helfta zusammengetan: Vor dem Liboriushaus entsteht ein anderthalbgeschossiger Neubau für gewerbliche Zwecke. Neben den Unternehmern schwang auf dem Baugerüste auch Priorin Katharina Hauschild den Hammer – der Zisterzienserinnenkonvent und die Stiftung Kloster Helfta als Eigentümerin der Anlage begrüßen und unterstützen das Vorhaben des Unternehmerverbandes.

„Wir möchten einen Beitrag leisten, dass das Kloster erhalten bleibt und sich weiterentwickelt“, sagte der Seeburger Unternehmer Rainer vor der Straße, der das Bauprojekt im Verband maßgeblich initiiert und umgesetzt hat. In dem Gebäude, dessen Gestaltung mit dem Denkmalschutz abgestimmt ist, wird es vier Einheiten mit je 110 Quadratmetern Nutzfläche geben.

Gewerbetreibende oder Freiberufler, die sich gern einmieten würden, können sich an den Unternehmerverband wenden, der seinen Sitz im direkt danebenstehenden Liboriushaus hat. „Wer eine gute Idee hat, ist willkommen“, so vor der Straße. Als Schirmherr haben die Unternehmer Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff gewonnen, der beim Richtfest zwar nicht dabei sein konnte, aber ein Grußwort übermittelt hatte.

Neben Mitgliedern des Unternehmerverbandes schwang auch Priorin Katharina Hauschild den Hammer.
Neben Mitgliedern des Unternehmerverbandes schwang auch Priorin Katharina Hauschild den Hammer.
(Foto: Jürgen Lukaschek)

Grundsteinlegung war im März

Auf dem Grundstück hatte ein seit langem leerstehendes, komplett marodes Gebäude gestanden, das abgerissen worden ist. Es war vor circa 100 Jahren als Pilgerheim errichtet worden, diente später aber als Verwaltungsgebäude.

Mit bisherigen Bauablauf ist vor der Straße mehr als zufrieden. „Wir haben am 1. März den Grundstein gelegt und können jetzt schon Richtfest feiern. Das ist eine großartige Leistung.“ Der Unternehmer dankte den beteiligten Firmen, allen voran die Buchmann Bau GmbH & Co. KG aus Rottleberode.

„Wir bauen schlüsselfertig“, sagte Geschäftsführer Steffen Lochner der MZ. Als Zimmerermeister sprach er auch den Richtspruch. Buchmann Bau übernimmt sowohl die Rohbau-, Holz- und Dacharbeiten als auch den Innenausbau. Lediglich für spezielle Gewerke wie Elektro und Klempner werden Fachbetriebe beauftragt.

Fertigstellung im November geplant

Die vorkonstruierten Teile des Dachstuhls hat das Holzbauzentrum Sangerhausen geliefert. „Wir arbeiten vor allem mit Unternehmerkollegen aus der Region“, so vor der Straße. Ausdrücklich dankte er auch dem Hausmeister Burkhard Preylowski, der sich stets mit viel Engagement um die Klosteranlage kümmere.

Der Bau liege „im Zeit- und Kostenplan“, sagte er. Die Fertigstellung sei zum 17. November dieses Jahres geplant, wenn das 25-jährige Jubiläum der Wiedereinrichtung des Klosters Helfta begangen werde. In das Projekt werden rund 1,2 Millionen Euro investiert.

Die beteiligten Mitglieder des Verbandes haben dafür die Klosterentwicklungs GmbH & Co. KG gegründet, die etwa ein Drittel der Kosten aufbringen wird. Die übrigen zwei Drittel sind Fremdkapital. Finanzierungspartner ist die Volksbank Sangerhausen.

Das Grundstück stellt die Kloster-Stiftung über einen Erbbaurechtsvertrag zur Verfügung. Weitere Projekte sind bereits in der Planung. So soll das ehemalige Stallgebäude zwischen dem Herrenhaus und dem Gertrudstift nutzbar gemacht werden.