Treppe am Alten Vikariat freigelegt

EISLEBEN/MZ. - Das ehemalige der Kirche gehörende Gebäude zählt architektonisch und historisch zu den interessantesten Baudenkmälern zwischen Harz und Saale und der Lutherstadt. In diesem Kleinod baugeschichtlicher Denkmale mit seinem einstmals wertvollen Renaissanceportal mit Dolden- und Traubenornamenten wohnte in vorreformatorischer Zeit der Vikar der St. Andreas-Kirche. Mehrmals wurde das Gebäude Raub der Flammen und beherbergte um 1810 eine Brauerei. Das Mansfeld Kombinat nahm sich des historischen Gebäudes an, noch zwei Jahre nach der Wende war dort ein Teil der Grafischen Werkstatt untergebracht. Nach Auflösung des Großbetriebes stand das Haus leer, die Bausubstanz verfiel. Ein neuer Besitzer hatte versprochene Sanierungen nicht ausgeführt. Vor rund zehn Jahren, am 11. Juli 1999, fiel das Dach in sich zusammen. Die Giebelseite drohte einzustürzen. Die verbleibenden Hausreste mussten demontiert werden, um Schaden am frisch sanierten Junkelschen Haus ...

Von GUDRUN RIEDEL

Das ehemalige der Kirche gehörende Gebäude zählt architektonisch und historisch zu den interessantesten Baudenkmälern zwischen Harz und Saale und der Lutherstadt. In diesem Kleinod baugeschichtlicher Denkmale mit seinem einstmals wertvollen Renaissanceportal mit Dolden- und Traubenornamenten wohnte in vorreformatorischer Zeit der Vikar der St. Andreas-Kirche. Mehrmals wurde das Gebäude Raub der Flammen und beherbergte um 1810 eine Brauerei. Das Mansfeld Kombinat nahm sich des historischen Gebäudes an, noch zwei Jahre nach der Wende war dort ein Teil der Grafischen Werkstatt untergebracht. Nach Auflösung des Großbetriebes stand das Haus leer, die Bausubstanz verfiel. Ein neuer Besitzer hatte versprochene Sanierungen nicht ausgeführt. Vor rund zehn Jahren, am 11. Juli 1999, fiel das Dach in sich zusammen. Die Giebelseite drohte einzustürzen. Die verbleibenden Hausreste mussten demontiert werden, um Schaden am frisch sanierten Junkelschen Haus vorzubeugen.

Der damalige Leiter des Bauordnungsamtes der Kreisverwaltung, Roland Schinko, erinnert sich noch gut an den Tag des Einsturzes. Von seinem Garten in der Noackstraße hörte er die Geräusche. "Es war, als würde ein Lkw eine Ladung Dachziegel abkippen." So groß der Schaden war, der Eigentümer des Geländes reagierte nicht, so verfiel das Gebäude mehr und mehr.

Im vergangenen Jahr schließlich gründete sich der Verein "Freunde des Alten Vikariats", der sich das ehrgeizige Ziel stellte, die Stätte zu beräumen und nach und nach begehbar zu machen. Ziel ist ihre Einbindung in den "Lutherweg", mit Ausstellungen und Erlebnissen soll das Areal kulturell nutzbar gemacht werden. Mehrere Stunden waren die Vereinsmitglieder am Samstag im Einsatz, eine ziemliche Menge Schutt wurde beräumt. Zum Schluss gab es Würste vom Grill.