Nachwuchs für die Bühne

Theater Eisleben sucht neue Talente für die Kinderclubs

Das Theater Eisleben sucht neue Talente für die Clubs zwischen acht und 22 Jahren. Wie sich das Casting gestaltet hat und warum die Kinder mitmachen.

Von Babett Gumbrecht 18.09.2021, 14:30
Spielerisch und wuselig ging es beim Casting auf der Bühne im Eisleber Theater zu.
Spielerisch und wuselig ging es beim Casting auf der Bühne im Eisleber Theater zu. (Foto: Maik Schumann)

Eisleben/MZ - Nach und nach versammeln sich alle Teilnehmer auf der Bühne. Die Aufgabe: seinen Stuhl nach oben tragen, sich in Theaterposition setzen, den eignen Namen sagen und ihn anschließend noch singen. Alle zwanzig Kinder meistern diese Aufgabe. Und damit beginnt das Casting für die Kinderclubs im Theater Eisleben.

Regelmäßiges Erscheinen der Nachwuchskünstler als Voraussetzung

Davon gibt es zwei Stück: den „Shushu“ für Kinder von acht bis zwölf Jahren und den „Mishki“ für Jugendliche von zwölf bis 22 Jahren. Einmal wöchentlich wird dann geprobt. „Was spielen wir denn dieses Jahr für ein Stück?“, fragt der kleine Junge namens Arthur die beiden Leiterinnen Anja Bernhardt und Denitsa Stoyanova. „Das könnt ihr entscheiden. Wir gestalten das Stück für das kommende Jahr gemeinsam“, so Denitsa Stoyanova.

Nach der ersten Aufgabe werden ein paar organisatorische Dinge besprochen. Wer in dem Theaterclub aufgenommen wird, muss auch regelmäßig kommen. Das sei besonders wichtig, betont die Theaterpädagogin Anja Bernhardt. „Stellt euch mal vor, wir wollen eine Szene proben und der besetzte Schauspieler fehlt? Das geht nicht“, so Bernhardt. Deswegen müsse man auf regelmäßiges Kommen bestehen.

Nun geht es weiter. Die nächste Aufgabe ist eine rhythmische Übung. Von sieben auf null wird runtergezählt und währenddessen im Takt gestampft. „Achtet auf den Rhythmus der Gruppe und ich bitte darum, zwischendurch nicht zu quatschen“, so Leiterin Denitsa Stoyanova. Auch das meistern alle Teilnehmer. Es folgt eine musikalische Übung. Jeder Teilnehmer soll seinen Namen in einem bestimmten Ton singen. Auf Kommando der Theaterpädagoginnen sollen alle gleichzeitig starten und versuchen, den Ton zu halten. „Wenn es gut läuft, können wir zwei bis drei Namen raushören“, so Stoyanova. Das Kommando kommt und es wird laut. Und tatsächlich, einige Namen kann man klar und deutlich verstehen.

Die Theaterpädagoginnen Denitsa Stoyanova (l.) und Anja Bernhardt.
Die Theaterpädagoginnen Denitsa Stoyanova (l.) und Anja Bernhardt.
(Foto: Maik Schumann)

Faszination an anderen Rollen

Die nächste Übung nennt sich „Raumlauf“. Die zwanzig Kinder werden dafür in zwei Gruppen unterteilt. Eine Gruppe sitzt vor der Bühne, die andere steht darauf. „In dieser Übung sollt ihr euch gegenseitig beobachten, daraus kann man auch sehr viel lernen“, so Anja Bernhardt. Denn als Schauspieler müsse man merken, was die Zuschauer fühlen und denken. Vor allem, ob sie mit der Leistung des Ensembles zufrieden seien. Nach und nach werden Kommandos auf die Bühne gerufen: „Ihr seid jetzt im Museum“ oder „Ihr seid gerade Weltmeister geworden“. Es folgt noch eine kleine Improvisationsübung. Dann beendet Stoyanova das Vorspiel.

„Mich fasziniert es, in eine andere Rolle zu schlüpfen“, sagt der 13-jährige Luca Buchmann nach dem Casting. Er spiele seit drei Jahren im jungen Theater. Auch der acht Jahre alten Magdalena Otto macht das Schauspielern Spaß: „Ich stehe gerne auf der Bühne“. Ihre Freundin Mona Grabo stimmt ihr zu: „Man kann lustig sein und eine große Klappe haben“, sagt die Achtjährige.

Wer es am Ende in das Nachwuchs-Ensemble schafft, erfahren die Kleinen per E-Mail. „Wir benachrichtigen euch alle. Dann beginnen die Treffen für die ‚Mishkis‘ schon direkt nächste Woche Donnerstag“, so Leiterin Anja Bernhardt. Wer in welcher Gruppe spielt, entscheiden auch Bernhardt und Stoyanova. „Wir müssen uns noch zusammensetzen, aber bisher denke ich, werden es alle ins Ensemble schaffen“, so Stoyanova.