Auf das Herz gehört

Rechtzeitiges Handeln rettete einem Sangerhäuser das Leben

Am ersten Advent mit Infarkt in die Klinik: Thomas Schilf handelte zum Glück rechtzeitig.

Von Beate Thomashausen 04.12.2021, 15:30
Oberarzt Andreas Porsche erklärt seinem Patienten Thomas Schilf den Eingriff  anhand der Röntgenaufnahme.
Oberarzt Andreas Porsche erklärt seinem Patienten Thomas Schilf den Eingriff anhand der Röntgenaufnahme. (Foto: Elisa Engert)

Eisleben/MZ - Den ersten Advent wollte Thomas Schilf (57) ganz sicher nicht im Eisleber Krankenhaus verbringen. Aber es blieb ihm keine andere Wahl. „Nach meinem ersten Herzinfarkt 2016, der nach einer Leistenbruchoperation in Nürnberg auftrat, konnte ich die Symptome aber schnell einordnen: Starke Schmerzen in der Brust, Luftnot und Kribbeln im Arm – ich rief sofort den Notarzt“, berichtet der Sangerhäuser jetzt im Nachhinein. Der bestätigte schließlich den Verdacht des Patienten und Schilf kam schnell in die Notaufnahme.

Im Herzkatheterlabor der Eisleber Helios-Klinik wurde Schilf sofort noch in der Nacht von Oberarzt Andreas Porsche behandelt. Er weitete die verengten Gefäße und stabilisierte sie mit Stents. „Noch vor dem Eingriff stellten wir zusätzlich zum Infarkt auch ein akutes Vorhofflimmern mit Herzrasen fest. Mit der Kombination aus Katheteruntersuchung und Medikamentengabe konnten wir die Beschwerden innerhalb kurzer Zeit sehr gut behandeln und zudem die Herzrhythmusstörungen wieder beseitigen“, fasst der Arzt den nächtlichen Eingriff zusammen.

Herzprobleme nicht auf die leichte Schulter nehmen

Mittlerweile geht es dem Sangerhäuser schon wieder gut und er interessierte sich bereits dafür, wie seine Operation denn genau abgelaufen ist. „Ich bin sehr froh, dass ich auf mein Herz gehört und die Schmerzen ernst genommen habe“, sagte Schilf. Oberarzt Porsche bestätigt, dass dies genau richtig war: „Bei Herzinfarkten oder auch Schlaganfällen entscheidet die Zeit, denn es geht um eine schnelle Behandlung, um Komplikationen und Spätschäden zu vermeiden. Vom Moment des Gefäßverschlusses an wird die Sauerstoffzufuhr unterbrochen. Beim Infarkt beginnen Herzmuskelzellen abzusterben. Je schneller die Gefäße wiedereröffnet werden, umso mehr Muskelzellen können gerettet werden.“

Oberarzt Porsche appellierte gleichzeitig auch an andere, Herzprobleme nicht auf die leichte Schulter zu nehmen: „Scheuen Sie sich nicht, sofort einen Arzt aufzusuchen oder in die nächste Klinik zu fahren. Hören Sie auf Ihr Herz und nehmen Sie Veränderungen oder Störungen ernst. Es ist auch jetzt während der Pandemie wichtig, sofort zu handeln.“ Übrigens könne eine Corona-Erkrankung das Herz belasten. Deshalb fordert der Kardiologe nachdrücklich dazu auf, sich impfen sowie boostern zu lassen.