Naturschutz

Naturschutz : Internet-Atlas soll Verbreitung von Götterbäumen verhindern

Seeburg - Mehrere Götterbäume stehen am Nordufer des Süßen Sees. Doch wo breiten sich die vor Jahren aus China nach Europa als Zierbaum eingeführten Gewächse noch ungehindert aus und verdrängen damit einheimische ...

Von Daniela Kainz 08.10.2019, 14:16

Mehrere Götterbäume stehen am Nordufer des Süßen Sees. Doch wo breiten sich die vor Jahren aus China nach Europa als Zierbaum eingeführten Gewächse noch ungehindert aus und verdrängen damit einheimische Arten?

Die in Deutschland einmalige Koordinationsstelle für Invasive Neophyten (Korina) in Schutzgebieten Sachsen-Anhalts, die beim Unabhängigen Institut für Umweltfragen in Halle angesiedelt ist, kann helfen.

Invasive Arten melden

Auf ihrer Internetseite werden 120 so genannte invasive Pflanzen, darunter auch der Götterbaum und der Riesen-Bärenklau, mit Fotos, Bestimmungshilfen und Informationen zu ihrer Kontrolle vorgestellt, so Mitarbeiterin Katrin Schneider.

Im Atlas der Internetseite sind „alle bekannten Fundorte dieser Arten in Sachsen-Anhalt“ dargestellt. Jeder Interessierte könne nachgucken, wo und welche Pflanzenart bereits gemeldet wurde. Mehr noch: Die Koordinationsstelle bietet die Möglichkeit an, Funde des Götterbaumes und anderer invasiver Pflanzen zu melden.

Und so funktioniert es: „Nach einer einfachen Registrierung können solche Funde per Meldeformular im Internet oder per Korina-App gemeldet werden“, so Schneider. Mit Hilfe mitgelieferter Fotos lassen sich die Funde überprüfen und bestätigen.

Fluch oder Segen

Schneider: „Obgleich dem Götterbaum nachgesagt wird, dass er allergische Reaktionen bewirken kann, sind in Deutschland bisher keine Fälle bekannt.“

Aus diesem Grund sollte nach Auffassung von Korina abgewogen werden, ob die positive Wirkungen der Götterbäume auf das Stadtklima beispielsweise in Halle nicht eher für einen Bestandsschutz vorhandener Bäume sprechen.

Anders ist die Auffassung der Experten, wenn der Götterbaum in der freien Landschaft wächst. Noch sei der Götterbaum dort selten zu finden. Aber in den wärmeren und trockenen Gebieten des Harzumlandes könnte er in den nächsten Jahren viele Standorte besiedeln.

Das stellt eine Gefahr für den artenreichen Trocken- und Steppenrasen in Sachsen-Anhalt dar. Schneider: „In diesem baumfreien Rasen kann sich der Götterbaum schnell ausbreiten und die dort vorkommenden seltenen Arten verdrängen.“

Deshalb wurde dieses Jahr am Nordufer des Süßen Sees mit der sogenannten Ringelung von Götterbäumen begonnen, die in der Nähe von Steppenrasen wachsen.

Die Rinde wurde dabei in 20 Zentimeter Breite vom Stamm entfernt. Der Effekt: Der stark wurzelnde Baum, der nach dem Fällen schnell wieder austreiben würde, bekommt schwer Nährstoffe und stirbt langsam ab.

Mehr Informationen unter www.korina.info (mz)