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Jubiläum in der Lutherstadt Jubiläum in der Lutherstadt: Eisleber Kolpingsfamilie feiert ihr 150-jähriges Bestehen

Von Jörg Müller 20.08.2017, 07:00
In der St. Gertrudkirche am Klosterplatz Eisleben wird am Wochenende das 150-jährige Bestehen der Eisleber Kolpingsfamilie gefeiert.
In der St. Gertrudkirche am Klosterplatz Eisleben wird am Wochenende das 150-jährige Bestehen der Eisleber Kolpingsfamilie gefeiert. Archiv/Lukaschek

Eisleben - „Wir sind einer der ältesten Vereine in Eisleben“, sagt Klaus Peter Golm. Er ist Vorstandsmitglied der Kolpingsfamilie, die vor 150 Jahren gegründet wurde und durchgängig existiert hat - auch zu DDR-Zeiten. „Wir sind vom Staat geduldet worden“, so Golm, der seit 1984 der Kolpingsfamilie angehört. Das 150-jährige Bestehen wird an diesem Wochenende gefeiert - zusammen mit dem Gemeindefest der katholischen Gemeinde.

Bischof Gerhard Feige kommt nach Eisleben und feiert mit der Kolpingsfamilie

Auftakt ist am Samstag, 19. August, um 17 Uhr mit einem Konzert des Kinder- und Jugendchors Eisleben in der St. Gertrudkirche am Klosterplatz. Dazu seien Besucher herzlich eingeladen, so Golm. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss wird im Pfarrgarten gegrillt. Am Sonntag wird um 10 Uhr ein Festhochamt mit Bischof Gerhard Feige gefeiert, musikalisch gestaltet von der Schola der Gemeinde. Nach dem Mittagessen tritt um 13.45 Uhr die Seniorentanzgruppe „Harmonie“ auf, gefolgt von der Kindertanzgruppe des Karnevalsvereins „De Lodderstädter“ (14.30 Uhr). Um 15 Uhr beginnt ein Programm der Kindertagesstätte St. Gertrud mit einem Luftballonsteigen, danach gibt es Kaffee und Kuchen.

Die Kolpingsfamilie, die heute rund 40 Mitglieder zählt, geht auf einen katholischen Gesellenverein zurück. Diese Vereine wurden ab Mitte des 19. Jahrhunderts in vielen Städten gegründet. Initiator war der Priester Adolph Kolping (1813 bis 1865), der den Gesellen in den Vereinen Hilfe und Orientierung und ein „Familienleben“ geben wollte. So wurde großer Wert auf die Bildung in den Bereichen Beruf, Politik und Gesellschaft gelegt sowie auf die Vermittlung religiöser und moralischer Werte. Aber auch das gesellige Vereinsleben wurde gepflegt. Heute zählt das Kolpingwerk Deutschland mehr als 263.000 Mitglieder in etwa 2.600 Kolpingsfamilien. Auch in Hettstedt und Röblingen gibt es Kolping-Gruppen.

Eisleber Kolpingsfamilie engagiert sich für soziale Zwecke in der Lutherstadt

Die Eisleber Kolpingsfamilie ist seit 1997 wieder ein eingetragener und gemeinnütziger Verein. Bis heute spielt die Bildungsarbeit eine große Rolle. So werden auf den monatlichen Treffen regelmäßig Vorträge über verschiedene Themen gehalten. Außerdem engagiert sich der Verein für soziale Zwecke. Ein Teil des Mitgliedsbeitrags fließt in weltweite Kolping-Projekte. Der Eisleber Verein betreut seit mehr als 20 Jahren Altkleidercontainer. Zudem sammelt die Kolpingsfamilie ausgediente Handys, die recycelt werden, sowie alte, aber noch funktionstüchtige Brillen, die an Bedürftige in Entwicklungsländern verteilt werden. (mz)