EWS-Schuhfabrik

EWS-Schuhfabrik: Feuerwehrfrauen besuchen Eisleben - mit besonderem Anliegen

Eisleben - Fotoshooting auf dem Gelände der Schuhfabrik in Eisleben.

Von Fabian Wagener 30.04.2017, 13:00

Es ist durchaus frisch an diesem Freitagmittag auf dem Parkplatz der Firma EWS „Die Schuhfabrik“ in Eisleben. Den jungen Frauen Marie Trappen, Susann Hartwich und Alina Kriesten aber scheint das nicht allzu viel auszumachen. Ihre Feuerwehrjacken haben sie abgelegt, in schwarzen T-Shirts posieren sie vor der Kamera. Und in den Händen, da halten sie einen ganz besonderen Schuh: den „Pink Fire“ von EWS, ein vollzertifizierter Feuerwehrstiefel für Frauen. „Die sind einfach toll“, sagt Marie Trappen.

Echte Feuerwehrfrauen modeln für Fotoshooting der Firma EWS

Es ist ein besonderes Fotoshooting, das da auf dem Firmengelände von EWS stattfindet. Denn: Bei Marie Trappen, Susann Hartwich und Alina Kriesten handelt es sich nicht um professionelle Models, die von irgendeiner Agentur kommen und für das perfekte Bild mal kurz in eine Feuerwehrkluft schlüpfen. Nein, die drei sind echte Feuerwehrfrauen, seit Jahren schon sind sie ehrenamtlich in ihren jeweiligen Heimatorten aktiv, in Baden-Württemberg, in Nordrhein-Westfalen, in Brandenburg. Die Kameradschaft in der Feuerwehr sei klasse, sagen sie, dazu komme die Technik, das Helfen. Ein Leben ohne Feuerwehr, das scheint schwer vorstellbar. „Reiten oder Töpfern interessiert mich nicht“, sagt Alina Kriesten und lacht.

Dass die Frauen mehr als gerne bei der Feuerwehr sind, merkt man nicht nur bei auf dem Firmengelände von EWS. Auch im Internet sind sie aktiv, bei Facebook oder Instagram, Marie Trappen betreibt sogar einen eigenen Blog, auf dem sie Fotos aus ihrem Alltag bei der Feuerwehr postet und ganz allgemein über Frauen in der Wehr berichtet. Das Ziel der Frauen: Sie wollen zeigen, dass die Feuerwehr längst keine reine Männerdomäne mehr ist. Sie wollen Frauen ermutigen, sich bei der Feuerwehr einzubringen. „Jede Frau, egal ob groß oder klein, dick oder dünn, kann in die Feuerwehr. Es gibt dort so viele verschiedene Betätigungsfelder“, sagt Trappen. Es gebe in Feuerwehren mancherorts schon noch Vorbehalte gegenüber Frauen, auch dagegen wolle man angehen. Insgesamt aber wachse die Offenheit, mehr und mehr Frauen seien aktiv. „Es geht voran.“

EWS macht mit Hilfe der Fotokampagne in sozialen Netzwerken auf Produkte aufmerksam

Das freut auch EWS-Inhaber Jörg Schlichting. Angesichts des demografischen Wandels und der Schwierigkeit, genug ehrenamtlichen Nachwuchs zu finden, sei das allerdings auch schlichtweg nötig. „Feuerwehrfrauen brauchen wir im Land“, sagt Schlichting und erläutert, dass sich EWS Anfang des Jahres zur Zusammenarbeit mit den Frauen entschied, nachdem Marie Trappen auf die Firma zugekommen war. Die Fotos, die im Rahmen des Shootings entstehen, werden über die sozialen Netzwerke verbreitet. „Wir können dadurch auf unsere Produkte aufmerksam machen und einen höheren Bekanntheitsgrad erreichen“, sagt er. Trappen und die anderen wiederum könnten ihr Anliegen voranbringen. „Die Frauen leben die Feuerwehr, sie opfern ihre Freizeit und reißen Mauern ein“, so Schlichting.

Trappen, Hartwich und Kriesten werden zwei Tage in Eisleben sein, verstärkt durch die Feuerwehrfrauen Michelle Zilowski und Sarah Bugdoll. Neben dem Fotoshooting bei EWS steht am Samstag noch eines im Gerätehaus der Eisleber Feuerwehr an, außerdem geht es unter anderem zur Reforma und Frühlingswiese.

Auf dem Parkplatz der EWS in Eisleben aber endet zunächst das erste Fotoshooting. Trappen, Hartwich und Kriesten ziehen ihre Feuerwehrjacken über, die „Pink Fire“-Feuerwehrstiefel kommen ins Regal. Dass es mittlerweile nicht nur Sachen für Mäner gibt, freut die drei. „Die Stiefel stehen für Frauen in der Feuerwehr.“ (mz)

Marie Trappen, Susann Hartwich und Alina Kriesten versuchen andere Frauen vor allem über soziale Medien wie Instagram für die Feuerwehr zu begeistern. Trappen betreibt überdies unter www.marieluu.de einen eigenen Blog zum Thema Frauen und Feuerwehr