Countdown läuft

Countdown läuft: Nach 50 Jahren findet wieder ein Radrennen statt

Eisleben - Uwe Hecht kommt mit dem Fahrrad. Natürlich. Aus Helbra ist er nach Eisleben geradelt, zum Sitz der Kreisverkehrswacht. Hecht stellt sein Gefährt kurz beiseite, den Helm hat er abgenommen. Im Jahr, erzählt er, fährt er rund 20.000 Kilometer. „Ich quäle mich gerne“, sagt der drahtige Mann und ...

Von Fabian Wagener 06.07.2018, 06:00

Uwe Hecht kommt mit dem Fahrrad. Natürlich. Aus Helbra ist er nach Eisleben geradelt, zum Sitz der Kreisverkehrswacht. Hecht stellt sein Gefährt kurz beiseite, den Helm hat er abgenommen. Im Jahr, erzählt er, fährt er rund 20.000 Kilometer. „Ich quäle mich gerne“, sagt der drahtige Mann und lacht.

Großer Preis der Lutherstadt Eisleben findet am 22. Juli statt

Der Radsportler Hecht ist amtierender Deutscher Meister bei den Senioren ab 60 Jahren und Sportler des Jahres 2017 im Landkreis Mansfeld-Südharz. Und er ist aus einem ganz bestimmten Grund zur Kreisverkehrswacht gekommen. Denn dort dreht sich am Donnerstagmittag alles um seinen Lieblingssport. Genaugenommen: um den Großen Preis der Lutherstadt Eisleben.

So informiert Hecht gemeinsam mit der Eisleber Oberbürgermeisterin Jutta Fischer (SPD) und mit Wilfried Brahmann, Vereinsvorsitzender des Eisleber Radsport-Clubs Mansfelder Land, über den Stand der Planungen für das große Event am Sonntag, 22. Juli. Dann nämlich werden zahlreiche Radsportler in die Lutherstadt kommen und sich auf einem Rundkurs in der Innenstadt messen. Auch Hecht wird dabei sein. „Ich finde es sehr gut, dass wir in Eisleben wieder so ein Radrennen haben“, sagt er.

Das letzte große Rennen war vor 50 Jahren

Es ist schon eine ganze Weile her, dass in Eisleben ein Rennen stattfand. „Das letzte war 1995“, sagt Wilfried Brahmann. Der Vorsitzende des Radsportclubs war es auch, der den Plan hatte, wieder eine derartige Sportveranstaltung auf die Beine zu stellen. Und zwar fast auf den Tag genau 50 Jahre nach dem Kriterium, jenem Rennen am 14. Juli 1968, zu dem Fahrer aus der DDR, UdSSR, Italien und der Schweiz nach Eisleben gekommen waren. Und bei dem Wilfried Brahmann als 17-Jähriger das Rennen der Jugend A gewann. Nun also wird es abermals ein Radrennen in Eisleben geben. Und die Vorbereitungen sind weit gediehen. Das Anmeldeprozedere läuft, es wird sieben Starts in unterschiedlichen Altersklassen geben, angefangen bei der Klasse Schüler U11 über Jugendliche und Erwachsene bis hin zu den Senioren.

Einige Straßensperrungen: Schreiben mit Informationen für Anwohner

Auch die Streckenführung ist bereits klar. Es sei nicht ganz einfach gewesen, den Kurs zu wählen, erzählt Brahmann. Wichtige Kriterien seien Dinge wie der Straßenbelag gewesen und das Nichtvorhandensein von gefährlichen Stellen. Die Rennstrecke führt von der Freistraße über Klosterplatz, Klosterstraße, Lindenallee, Plan und unterer Markt wieder zur Freistraße. Sie ist insgesamt 1,2 Kilometer lang. Die Männer legen diese Runde bei ihrem Rennen 50 Mal zurück, die ganz Kleinen fahren immerhin 7,2 Kilometer und somit sechs Runden. Wie Brahmann sagt, gibt es kein Hobby- beziehungsweise Jedermann-Rennen. „Für uns war die Priorität, dass wir den Nachwuchs dabei haben“, so der Vereinsvorsitzende. Und Hecht ergänzt: „Was wir sehen werden, ist Leistungssport. Auch die Kleinen trainieren fast täglich.“

Es wird durch das Rennen, das mit dem Start der U-11-Klasse um 9 Uhr beginnt und bis in den Nachmittag andauern wird, auch Beeinträchtigungen beim Verkehr geben. So müssen Straßen gesperrt werden. Einige Anwohner werden auch anders als sonst parken müssen. Es werde jedoch noch ein Schreiben mit Informationen an alle Anwohner geben, so Oberbürgermeisterin Fischer.

Radsportler Hecht jedenfalls freut sich sehr auf das große Event. Allerdings steht für ihn erstmal eine anderes großes Rennen an: Am Sonntag geht es in Görlitz um die Deutsche Meisterschaft. Da will er seinen Titel verteidigen. Einfach, sagt er, werde das sicher nicht. (mz)