Offenbar Brandstiftung

Benndorf: Brandstiftung in Mehrfamilienhaus

Benndorf - Nach dem Kellerbrand am Sonntag in einem Mehrfamilienhaus in Benndorf geht die Polizei von Brandstiftung aus. „Wir können einen technischen Defekt ausschließen“, sagte Polizeisprecherin Steffi Schwan der MZ. „Es besteht der Verdacht einer ...

Von Felix Fahnert

Nach dem Kellerbrand am Sonntag in einem Mehrfamilienhaus in Benndorf geht die Polizei von Brandstiftung aus. „Wir können einen technischen Defekt ausschließen“, sagte Polizeisprecherin Steffi Schwan der MZ. „Es besteht der Verdacht einer Brandstiftung.“

Kellerbrand Benndorf: Verdacht der Brandstiftung

Die Auswertung der Spuren erfolge nun durch das Landeskriminalamt in Magdeburg, so Schwan. Details könne man aus ermittlungstechnischen Gründen jedoch nicht nennen. „Es wurden bereits Zeugen zum Fall vernommen, weitere werden folgen“, sagte Schwan.

Unterdessen können die Bewohner des Hauses in der Benndorfer Friedensstraße wohl für längere Zeit nicht in ihre Wohnungen zurückkehren. „Es ist vorläufig nicht abzusehen, wann die Mieter wieder in die Wohnungen zurück können“, sagte Gerhard Blume, Geschäftsführer der Benndorfer Wohnungsbaugesellschaft. Das liege nicht nur daran, dass es keine Stromversorgung in dem betreffenden Haus gebe. Auch seien die Schäden nach dem Brand einfach zu groß. „Es muss wahrscheinlich alles renoviert werden“, sagte Blume.

Unter anderem seien 70 Prozent der Wohnungstüren zerstört worden. Bis die Wohnungen wieder bewohnt werden können, werden laut Blume „mindestens acht Wochen“ vergehen - wenn alles optimal verläuft. Derzeit sei man dabei, neue Wohnungen für die insgesamt acht Mieter herauszusuchen, in denen sie dann übergangsweise wohnen könnten.

Brand in Mehrfamilienhaus: Wohnungen unbewohnbar

Bei der Wohnungsgesellschaft geht man von einem Schaden von etwa 75.000 bis 100.000 Euro aus. Zu den Hintergründen der Tat wollte sich Geschäftsführer Blume nicht äußern. Ihm sei auch nur die Info der Polizei bekannt, dass es sich wohl um Brandstiftung handele. „Ich will mich nicht zu Mutmaßungen hinreißen lassen“, sagte er.

Die Mieter des Hauses sind derzeit bei Verwandten untergebracht. Für sie steht mittlerweile fest, dass sie die Feiertage nicht in den eigenen vier Wänden verbringen können. Dass sie ein solches Schicksal ausgerechnet unmittelbar vor Weihnachten ereilt, sei besonders tragisch, sagte Blume. „Das ist für uns alle nicht schön“, sagte der Geschäftsführer.

Bei dem Kellerbrand am Sonntagmorgen waren insgesamt vier Personen verletzt worden, zwei von ihnen konnten die Klinik aber schon am Sonntag wieder verlassen. Der Brand war im Gemeinschaftskeller des Hauses ausgebrochen. Er verursachte so starken Rauch im Treppenhaus, dass die Mieter per Steckleiter über die Fenster gerettet werden mussten. Sie waren am frühen Sonntagmorgen durch knallende Geräusche auf den Brand aufmerksam geworden. Insgesamt 46 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Ahlsdorf, Klostermansfeld, Siersleben und Helfta waren im Einsatz.

Der Brand sei um 5:11 Uhr gemeldet worden, sagte Polizeisprecherin Steffi Schwan. Um kurz vor sieben seien die Löscharbeiten abgeschlossen gewesen. Die Spurensicherung der Kriminalpolizei habe dann noch bis 13 Uhr angedauert. (mz)