Aufforstung im Revier Rothenschirmbach

Aufforstung im Revier Rothenschirmbach: 5.000 Douglasien gepflanzt

Rothenschirmbach - Die Folgen des Unwetters am 7. Juli dieses Jahres werden die Forstleute im Revier Rothenschirmbach noch lange beschäftigen. „Wir werden im nächsten und wohl auch noch im übernächsten Jahr mit der Aufforstung zu tun haben“, so Holger Koth, Leiter des Forstbetriebs Süd im Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt. Der Sturm habe hier zehntausende Bäume beschädigt. Mit einem Schaden von 15- bis 20 000 Festmetern Holz gehöre das Gebiet bei Rothenschirmbach zu den am schwersten betroffenen Wäldern. Als Beitrag zur Wiederaufforstung sind jetzt 5.000 junge Douglasien gepflanzt worden. Initiiert hat die Aktion die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald; die Bäume hat das Optiker-Unternehmen Fielmann AG ...

Von Jörg Müller 24.11.2015, 18:27

Die Folgen des Unwetters am 7. Juli dieses Jahres werden die Forstleute im Revier Rothenschirmbach noch lange beschäftigen. „Wir werden im nächsten und wohl auch noch im übernächsten Jahr mit der Aufforstung zu tun haben“, so Holger Koth, Leiter des Forstbetriebs Süd im Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt. Der Sturm habe hier zehntausende Bäume beschädigt. Mit einem Schaden von 15- bis 20 000 Festmetern Holz gehöre das Gebiet bei Rothenschirmbach zu den am schwersten betroffenen Wäldern. Als Beitrag zur Wiederaufforstung sind jetzt 5.000 junge Douglasien gepflanzt worden. Initiiert hat die Aktion die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald; die Bäume hat das Optiker-Unternehmen Fielmann AG gesponsert.

Der Gewittersturm am 7. Juli hat vor allem Ortsteile der Lutherstadt Eisleben und der Seegebietsgemeinde getroffen. An Gebäuden, Straßen, auf Friedhöfen und in Wäldern entstanden Schäden in Millionenhöhe. Die freiwilligen Feuerwehren der Region absolvierten hunderte Einsätze. Dass die Kreisverwaltung keinen Katastrophenalarm ausrief, ist in den Kommunen und im Kreistag massiv kritisiert worden.

„Wir sind froh über jeden neuen Baum“, sagte Koth gestern bei der Pflanzung der letzten 150 Douglasien, an der Vertreter der beteiligten Einrichtungen, Firmen und Behörden sowie Ehrengäste teilnahmen. Koth dankte vor allem der Schutzgemeinschaft sowie dem Sponsor. Im Revier seien bereits zahlreiche Roteichen und Buchen gepflanzt worden. Die Douglasie sei gut für den Standort geeignet, weil sie auch Halbschatten und Trockenheit vertrage. Zudem wachse dieser Nadelbaum sehr schnell. Er sehe die großflächige Aufforstung auch als eine Chance, die bisherigen Laub- zu Mischwäldern umzugestalten. Mischwälder könnten besser auf klimatische oder andere Veränderungen reagieren.

Der Forstbetriebsleiter schlug auch einen Bogen zu den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. „Die Douglasie hat bei vielen den Ruf eines Ausländers, eines fremden Baums, der nicht in unsere Wälder gehört. Wir sind der Meinung, dass sie sehr gut hierher passt.“ Koth: „Wir sind bereit, fremde Bäume in den deutschen Wald zu integrieren.“ Wie er sagte, könnten interessierte Bürger oder Vereine gern „mit anpacken“. Möglichkeiten für Arbeitseinsätze im Wald gebe es genug.

„Es ist schon erstaunlich, welche Schäden zehn Minuten Sturm anrichten können“, sagte Landrätin Angelika Klein (Die Linke). „Aber wir müssen mit solchen Ereignissen leben.“ Sie dankte den Initiatoren und Unterstützern der Aktion und wünschte „unfallfreies Arbeiten“. Auch Michael Richter, Stellvertreter der Eisleber Oberbürgermeisterin, sprach seinen Dank aus und erinnerte an die gute Zusammenarbeit von Stadt, Feuerwehren und Forstbetrieb nach dem Sturm.