Zukunft nimmt Fahrt auf

Zukunft nimmt Fahrt auf: Dessau soll erste Elektrobuslinie des Landes bekommen

Dessau - Verkehrsminister Thomas Webel startet im Dessauer Rathaus Projekt zur Umsetzung für erste Elektrobuslinie im Land.

Von Sylke Kaufhold 07.12.2017, 05:00

Die Stätten der Moderne sollen im Jubiläumsjahr 2019 mit modernen Elektrobussen erreichbar sein. „Das ist unser Ziel“, sagt Oberbürgermeister Peter Kuras.

Und kann sich diesbezüglich der Unterstützung des Landes sicher sein. Verkehrsminister Thomas Webel war gestern nach Dessau gekommen, um im Rathaus den offiziellen Startschuss zur Planung für die erste Elektrobuslinie des Landes zu geben.

„Dessau wird Vorreiter im Land sein“, betont der Minister. Auf den Buslinien 11 und 12 der Dessauer Verkehrsgesellschaft, die von Haideburg über das Bauhausmuseum nach Ziebigk/Siedlung führt, sollen die ersten Elektrobusse fahren.

Dieseltank eines Busses fasst 350 Liter – eine gleichwertige Batterie würde 3.500 Kilogramm wiegen

Partner des Modellprojektes sind die Nahverkehrsgesellschaft Sachen-Anhalt GmbH (Nasa), die finanziell unterstützt, sowie die Verkehrs Consult Dresden-Berlin GmbH (VCDB). Letztere wird in den nächsten sechs Monaten eine Studie für die Dessauer Rahmenbedingungen erarbeiten.

„Dabei ist nicht die Frage, ob es funktioniert, sondern wie das Vorhaben vernünftig umzusetzen ist“, erklärt Team-Manager Jürgen Lange. Dafür seien viele Einzelbausteine zu betrachten, so auch die Frage, wie der Energiespeicher für den Bus auszusehen hat. Der Dieseltank eines Busses fasst 350 Liter. Legt man die jetzigen Parameter zugrunde, so würde eine Batterie 3.500 Kilogramm wiegen - und die entsprechende Größe haben.

Aber auch Heizung, Kühlung, Licht benötigen Energie. „Wir brauchen also vernünftige Technik und eine entsprechende Reichweite“, erklärt Lange. „Wir geben also nach dem halben Jahr eine Antwort auf die Frage, wie Busse und Ladetechnik beschaffen sein müssen, damit der Linienverkehr funktioniert.“

Land übernimmt 80 Prozent der Infrakstruktur-Kosten für das Projekt

Das Land Sachsen-Anhalt wird sich an den Kosten beteiligen, kündigte der Minister am Mittwoch in Dessau an. Für die notwendige Infrastruktur werde das Land 80 Prozent der Kosten übernehmen, bei der Anschaffung der Elektrobusse fördert das Land die Mehrkosten. Ein Dieselbus kostet etwa 200.000 Euro, ein elektrisch betriebener mehr als das Doppelte.

DVG-Geschäftsführer Torsten Ceglarek sieht das Projekt als Option für die Zukunft. „Das ist ein Probelauf, bei dem wir keine Fehler machen können, nur lernen.“

Dessauer Erdgasbusse haben eine Laufzeit von 10 bis 15 Jahren

Die jetzt eingesetzten Erdgasbusse hätten eine Laufzeit von 10 bis 15 Jahren, dann stelle sich die Frage der Nachfolgeinvestition. „Wir wissen dann, ob Elektrobusse eine Alternative sein können.“ Dass Dessau für das Modell ausgewählt worden sei, sei „ein Glücksfall“, betont Ceglarek.

Aufgabe der VCDB-Studie ist es auch, eine standardisierte Lösung zu finden, die auf andere Verkehrsunternehmen im Land übertragbar ist. (mz)