Zeichen für Toleranz in Dessau

Zeichen für Toleranz in Dessau: Regenbogen wegen starken Winds abgesagt

Dessau - Die geplante Regenbogen-Choreographie  für Demokratie und Weltoffenheit vor dem Dessauer Rathaus wurde am Samstag wegen starken Winds kurzfristig abgesagt. „Die Gefahr ist zu groß, dass die Teilnehmer durch herum fliegende Teile verletzt werden“, begründete Ralf Zaizek vom Dessauer Netzwerk „Gelebte Demokratie“ vor Ort. Das Netzwerk als Veranstalter habe diese Entscheidung gemeinsam mit dem Ordnungsamt der Stadt ...

09.03.2019, 14:25

Die geplante Regenbogen-Choreographie  für Demokratie und Weltoffenheit vor dem Dessauer Rathaus wurde am Samstag wegen starken Winds kurzfristig abgesagt. „Die Gefahr ist zu groß, dass die Teilnehmer durch herum fliegende Teile verletzt werden“, begründete Ralf Zaizek vom Dessauer Netzwerk „Gelebte Demokratie“ vor Ort. Das Netzwerk als Veranstalter habe diese Entscheidung gemeinsam mit dem Ordnungsamt der Stadt getroffen.

250 Menschen haben sich Samstag vor dem Dessauer Rathaus versammelt

Für Samstag Punkt 14 Uhr waren die Dessau-Roßlauer Bürger dazu aufgerufen gewesen, bei der Mitmach-Aktion auf dem Markt Farbe zu bekennen. Mittels bunter Pappen sollten die Teilnehmer den Platz für einige Minuten in Regenbogenfarben erstrahlen lassen. Angesichts der Windböen für die Veranstalter jedoch ein zu großes Risiko: „Die Pappen sind scharfkantig. Jemandem fliegt eine aus der Hand und wer dahinter steht, bekommt sie ab“, sagte Daniel Kutsche vom Netzwerk.

Trotz der Absage hatten sich laut offizieller Schätzung der Polizei bis 13.30 Uhr circa 250 Menschen auf dem Platz versammelt. Das angekündigte Bühnenprogramm mit Redebeiträgen und einer Darbietung des Anhaltischen Theaters fand wie geplant statt. Redner waren unter anderem Oberbürgermeister Peter Kuras, Bauhaus-Direktorin Claudia Perren und Joachim Liebig, Präsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts.

Weitere Aktionen im Dessauer Stadtgebiet geplant

Bis zum Abend sollten im Stadtgebiet weitere Aktionen für Toleranz und Weltoffenheit stattfinden. Die Stiftung Bauhaus hatte ab 15.15 Uhr zu einem Nachbarschaftsfest mit Lesungen und Kunstaktionen eingeladen. In Dessau-Nord sollte es unter anderem ein Lichterbild unter dem Motto „Dein Licht für Frieden und Toleranz“ und einen Fahrradkreisel geben.

Am Dessauer Hauptbahnhof veranstaltete das Bündnis „Dessau nazifrei“ seit Samstagmittag ein „Antifaschistisches Konzert“, bei dem sich laut Polizeiangaben etwa 80 Teilnehmer versammelt hatten.

Netzwerk "Gelebte Demokratie" will Gedenken mit eigenen Akzenten besetzen

Hintergrund des Aktionstages ist die Bombardierung der Stadt am 7. März 1945. Das Datum wird gewöhnlich von rechten Gruppierungen für Kundgebungen genutzt. Mit dem „bunten Aktionstag“ wollte das Netzwerk „Gelebte Demokratie“ das Gedenken an das Ereignis daher mit eigenen Akzenten besetzen.

In den vergangenen sechs Jahren geschah dies traditionell mit einer Menschenkette. In diesem Jahr wollte das Bündnis mit dem Regenbogen neue Wege gehen. (mz)