Kampf gegen Corona

Zahl täglicher Impfungen in Dessau-Roßlau stockt - Weitere Impfangebote in dieser Woche

Von Daniel Salpius
Eingang zum Impfzentrum in Dessau
Eingang zum Impfzentrum in Dessau (Foto: Thomas Ruttke)

Dessau-Roßlau/MZ - Dessau-Roßlau wird sich in dieser Woche an der deutschlandweiten Impfkampagne der Bundesregierung beteiligen. Unter dem Motto „Hier wird geimpft“, werden dann auch in der Doppelstadt an vielen öffentlichen Orten mobile Impfteams unterwegs sein und Kurzentschlossene unkompliziert und ohne Termin impfen. Das hat Dessau-Roßlaus Sozialdezernent Jens Krause am Mittwoch im Haupt- und Personalausschuss angekündigt.

Obwohl die Doppelstadt mit einer Impfquote von über 65 Prozent weit über dem sachsen-anhaltischen Landesdurchschnitt liege, warb Krause vehement für die Aktion. „Es reicht einfach noch nicht. Wir müssen alles tun, um noch mehr Menschen zum Impfen zu bewegen“, begründete er die Teilnahme der Stadt.

Am Rande des Stabhochsprungmeetings am Mittwoch, 15. September, in der Zerbster Straße wird es an der Friedensglocke von 16.30 bis 20 Uhr die Möglichkeit geben, sich impfen zu lassen. Die Spritze abholen kann man sich auch am Donnerstag, 16. September von 9 bis 16 Uhr auf dem Marktplatz.

Im Impfzentrum in der Anhalt-Arena sei das Impfaufkommen deutlich zurückgegangen

Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass sich die Bürger, die an diesen beiden Tagen ihre Erstimpfung mit Biontech erhalten, die zweite Spritze beim Hausarzt bekommen können. Sollte das nicht zu realisieren sein, bietet das Impfzentrum am 15. Oktober von 8 bis 13 Uhr einen öffentlichen Impftermin auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Dessau-Süd in der Innsbrucker Straße 8 an.

Im Impfzentrum in der Anhalt-Arena sei das Impfaufkommen deutlich zurückgegangen. „Es werden täglich nur noch 150 bis 200 Impfungen verabreicht“, so Krause. Das seien vor nicht allzu langer Zeit noch deutlich mehr gewesen. Auch bei den mobilen Impfteams, die schon in den vergangenen Wochen in der Stadt unterwegs waren, mache sich Ernüchterung breit. So hätten sich vor Kurzem in Roßlau an einem Tag gerade einmal 16 Menschen spontan impfen lassen. „Das ist sehr frustrierend für die Mitarbeiter“, berichtete der Sozialdezernent.

Diskussion zur schwächelnden Impfquote in Dessau-Roßlau auch im Stadtrat

Auf konkrete Nachfrage eines Stadtrats führte er weiterhin aus, dass die mobilen Impfteams generell in Roßlau weniger Erfolg hätten als in Dessau. Woran das liege, könne er aber nicht sagen. „Roßlau hat einfach die besseren Hausärzte“, warf Frank Rumpf (CDU) scherzhaft ein.

Andreas Mrosek (AfD) versuchte sich derweil einen eigenen Reim auf die stockende Impfkampagne zu machen. „Ich habe gelesen, dass die Impfbereitschaft unter Migranten nur bei zehn Prozent liegt.“ Der Sozialdezernent nahm den Ball auf und bestätigte, dass es sehr schwierig sei, Migranten mit Informationen zur Impfkampagne und den konkreten Angeboten zu erreichen. Genaue Zahlen zur Impfquote unter ihnen gebe es derweil nicht.

„Da ist etwas versäumt worden in der Aufklärungsarbeit“, kommentierte Michael Fricke (SPD). „Die größere Gefahr sehe ich da allerdings bei den meisten AfD-Wählern, die sich ja ebenfalls nicht impfen lassen.“ Hierauf reagierte wiederum Andreas Mrosek: „Wir haben Mitglieder im Kreisverband und auch Wähler, die doppelt geimpft sind“, stellte er klar.

Um einen reibungslosen Ablauf im Impfzentrum oder beim mobilen Impfen zu ermöglichen, sind die Chipkarte der Krankenversicherung und der Impfausweis mitzubringen. Nach Möglichkeit sollen auch das Aufklärungsmerkblatt, die Einwilligungserklärung und der Anamnesebogen bereits ausgefüllt bereitgehalten werden.

Was bei den impfungen zu beachten ist

Das Impfzentrum weist nochmals darauf hin, dass Impfungen für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren im Impfzentrum angeboten werden. Nach ärztlicher Aufklärung und bei Risikoakzeptanz des Kindes oder Jugendlichen bzw. der Sorgeberechtigten können die Impfungen durchgeführt werden. Hierzu ist die Anwesenheit der Sorgeberechtigten, in der Regel beide Elternteile, notwendig.

Sollte die Anwesenheit eines der beiden Sorgeberechtigten nicht möglich sein, ist es möglich, die Impfung unter Vorlage einer schriftlichen Einwilligung sowie einer Kopie des Personalausweises der abwesenden sorgeberechtigten Person durchzuführen.

Fragen zum Impfen werden unter der städtischen Rufnummer 0340/2042893 beantwortet.