Wölfe in Dessau-Roßlau

Wölfe in Dessau-Roßlau: Wer zahlt für die Schäden?

Dessau-Rosslau - Der Wolf geht auch vor den Toren der Stadt Dessau-Roßlau auf Beutezug in Nutztierherden. So hat das Land Sachsen-Anhalt in den Jahren 2015/16 betroffene Nutztierhalter mit insgesamt rund 1.960 Euro entschädigt, teilte das zuständige Landesministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie auf MZ-Anfrage mit. 2014 lagen die Entschädigungen noch bei 937 ...

Von Silvia Bürkmann
Der Wolf ist bereits seit einiger Zeit wieder in Sachsen-Anhalt heimisch. imago stock&people

Der Wolf geht auch vor den Toren der Stadt Dessau-Roßlau auf Beutezug in Nutztierherden. So hat das Land Sachsen-Anhalt in den Jahren 2015/16 betroffene Nutztierhalter mit insgesamt rund 1.960 Euro entschädigt, teilte das zuständige Landesministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie auf MZ-Anfrage mit. 2014 lagen die Entschädigungen noch bei 937 Euro.

Exemplarisch für Dessau-Roßlau sind die mehrfachen Wolfsattacken auf die Herde eines Streetzer Schäfers . Dabei gingen um den Jahreswechsel 2015/16 in Streetz insgesamt neun Mutterschafe und drei Lämmer verloren. Insgesamt wurden im Umkreis von Dessau-Roßlau von 2014 bis 2016 19 Tiere gerissen, davon 16 Mutterschafe und drei Lämmer.

Wolf riss nicht nur Schafe

Neben den Schafen gerieten auch andere Tierarten ins Visier von Isegrim. Nach den Informationen aus Magdeburg wurde bereits im Juni 2013 bei einem Nutztierhalter ein ein bis zwei Tage altes Rinderkalb tot aufgefunden, wo ein Wolfsangriff nicht auszuschließen war. In diesem Fall erfolgten Ausgleichszahlungen im April 2014 in Höhe von 350 Euro. Im November 2015 wurde bei demselben Nutztierhalter ein Rinderkalb tot aufgefunden. Hier wurde der Wolf klar als Verursacher ermittelt. Sonst sind aus dem Bereich Dessau-Roßlau keine weiteren Fälle gemeldet worden.

Insgesamt aber ist in Sachsen-Anhalt die Zahl der Angriffe von Wölfen auf Nutztiere stark angestiegen. Wie das Umweltministerium mitteilte, meldeten Tierhalter im vergangenen Jahr 44 sogenannte Rissfälle, also Attacken auf Herden. Dabei wurden 144 Tiere getötet. Das waren mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Betroffen waren zumeist Schafherden, in Einzelfällen aber wurden auch Kälber von Wölfen erlegt.

Amt fördert den Schutz vor Wölfen

Schaf-, Ziegen- und Gehegewildhalter in Sachsen-Anhalt können finanzielle Unterstützung für den Schutz ihrer Tiere vor Wolfsangriffen erhalten. Die Förderung gilt für den Erwerb von mobilen Elektrozäunen und Zubehör für den präventiven Schutz. Antrags- und Bewilligungsbehörde ist das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Anhalt. Auch das Zentrum für Tierhaltung und Technik in Iden ist im präventiven Herdenschutz ein kompetenter Ansprechpartner für alle Tierhalter.

Bei der Anlage von Schutzeinrichtungen und Zäunen greift das Land den Tierhaltern unter die Arme. 2016 gab das Land für den Herdenschutz 100.000 Euro aus. (mz)