Vorsicht geboten

Vorsicht auch in Dessau-Roßlau geboten: Riesenbärenklau bei Mutter Sturm entdeckt

Dessau - Leserin findet Riesenbärenklau und alarmiert die Stadtverwaltung. Warum das richtig ist und was bei solchen Funden zu beachten ist.

Von Heidi Thiemann
Der Rie­senbä­ren­klau sieht schön aus, hat aber seine Tücken. Denn alle Teile der Pflanze sind giftig. Kommt man mit ihrem Saft in Be­rüh­rung, juckt das nicht nur auf der Haut. Es können auch rote Stellen und Schwel­lun­gen ent­ste­hen.
Der Rie­senbä­ren­klau sieht schön aus, hat aber seine Tücken. Denn alle Teile der Pflanze sind giftig. Kommt man mit ihrem Saft in Be­rüh­rung, juckt das nicht nur auf der Haut. Es können auch rote Stellen und Schwel­lun­gen ent­ste­hen. dpa

Sabine Hempel ist stark beunruhigt. Sie hatte in der vergangenen Woche Riesenbärenklau gefunden - bei Mutter Sturm im Wald zwischen Kleinkühnau und Aken. Hier geht die Ziebigkerin immer mit ihrem Hund spazieren.

„Die Pflanze ist giftig. Überall wird aufgerufen, man soll das den Gemeinden melden, damit die Pflanzen entfernt werden“, sagt sie gegenüber der MZ. Das habe sie getan - passiert sei aber noch nichts.

In der Zwischenzeit aber hat sich etwas getan. Ein Mitarbeiter des Umweltamtes war vor Ort und hat die Blütenstände entfernt,, „um das weitere Aussamen der Pflanzen zu verhindern“, sagte Stadtsprecher Carsten Sauer auf Nachfrage der MZ.

Umweltamt behält den Bärenklau im Auge

Er stellt aber auch fest, dass sich der von der Leserin angezeigte Standort deutlich außerhalb der touristischen Wegeführung des Elberadweges befindet. Aber der Hinweis war sehr wertvoll. Der Grundstückseigentümer wurde informiert.

„Eine Beseitigungspflicht besteht für Grundstückseigentümer zwar nicht, jedoch behält das Umweltamt diesen Standort im Auge“, erklärt er und hofft, dass auch die Leserin, sollte sie öfter dort unterwegs sein, die weitere Entwicklung mit im Auge behalten und Hinweise geben kann.

Obwohl hier in dem aktuellen Fall für Abhilfe gesorgt wurde, das Thema Riesenbärenklau wirft viele Fragen auf.

Muss man besorgt sein, wenn man Riesenbärenklau findet?

Vom Riesenbärenklau gehen zwar keine unmittelbaren Gefahren für den Menschen aus, sagt Carsten Sauer. Aber: Die Pflanze kann unangenehm werden, wenn Pflanzensaft auf die Haut gelangt und diese Stelle zugleich der Sonnenstrahlung ausgesetzt ist.

Das kann zu bösen Entzündungen und Verbrennungen auf der Haut führen. Und: Die Pflanzenart gilt als invasiv, weil sie konkurrenzstark ist, andere Pflanzen verdrängen und somit erhebliche Auswirkungen auf die heimische Pflanzen- und Tierwelt haben kann.

Wie hat die Stadt bisher zur Problematik aufgeklärt?

Unter anderem wurde ein Faltblatt in Zusammenarbeit mit Korina, das ist die Koordinationsstelle Invasive Neophyten in Sachsen-Anhalt, mit bisher bekannten Standorten in Dessau-Roßlau herausgegeben. In diesem Jahr und auch 2014 schon gab es Exkursionen zum Langen Tag der Stadtnatur zum Thema „Die grüne Invasion“.

Thema waren Invasive Pflanzen, zu denen neben dem Riesenbärenklau auch der Staudenknöterich, Wasserpest, Drüsiges Springkraut, die Rot-Esche, die Späte Traubenkirsche und der Eschen-Ahorn zählen. Auch bei einer Veranstaltung des Stadtverbandes der Gartenfreunde mit allen Kleingartenvereinen wurde unter anderem darüber aufgeklärt.

Und auf der Internetseite des Umweltamtes sind alle Informationen dazu und das Faltblatt eingestellt. Außerdem wird gegenwärtig im Schaukasten des Umweltamtes im Hauptbahnhof über Neophyten und deren Standorte in Dessau-Roßlau informiert.

Was passiert, wenn jemand Neophyten wie den Riesenbärenklau entdeckt?

Alle Fundorte werden vom Umweltamt entgegengenommen und auch an Korina weitergegeben zur Aktualisierung des Faltblattes. Wenn sich die Fundorte auf städtischen Grundstücken befinden, werden die Exemplare des Riesenbärenklau entfernt.

Entweder vom Eigenbetrieb Stadtpflege, vom Umweltamt in Eigenregie oder in Zusammenarbeit mit Förder- und Landschaftspflegeverein Biosphärenreservat.

Was ist, wenn die Fundstelle nicht auf städtischem Gebiet liegt?

Dann wird der Grundstückseigentümer über die Situation informiert. Noch aber gibt es keine Rechtsgrundlage, den Eigentümer mit der Beseitigung zu beauflagen. Vorgesehen ist aber, das sich das ändert.

Ein entsprechender Gesetzentwurf über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten wurde dem Bundestag im April zugeleitet.

Wo in der Stadt ist Riesenbärenklau bisher gefunden worden?

Es gibt zahlreiche Fundstellen verteilt übers ganze Stadtgebiet, so etwa am Paul-Greifzu-Stadion, in Waldersee oder Richtung Meinsdorf. Der neueste Fund liegt bei Kleinkühnau. (mz)

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