Verbrühung in Pflegeheim

Verbrühung in Pflegeheim: Zustand von dementem Senior weiter kritisch - Sohn geschockt

Dessau - Nach der schweren Verbrühung eines 82-Jährigen in einem Dessauer Pflegeheim in der Hausmannstraße ist dessen Zustand weiter kritisch. Der demente Senior sollte am Dienstag gegen 9 Uhr gebadet werden - und erlitt dabei teilweise Verbrennung dritten Grades. Der Mann liegt derzeit in einer Spezialklinik in Halle. Gegen einen 20-jährigen Mitarbeiter des Heims wird wegen fahrlässiger Körperverletzung ...

28.02.2019, 13:09

Nach der schweren Verbrühung eines 82-Jährigen in einem Dessauer Pflegeheim in der Hausmannstraße ist dessen Zustand weiter kritisch. Der demente Senior sollte am Dienstag gegen 9 Uhr gebadet werden - und erlitt dabei teilweise Verbrennung dritten Grades. Der Mann liegt derzeit in einer Spezialklinik in Halle. Gegen einen 20-jährigen Mitarbeiter des Heims wird wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt.

„Für mich war der Anruf aus dem Pflegeheim ein riesiger Schock“, sagte der Sohn des Mannes gegenüber der MZ. Das wöchentliche Bad seines Vaters, der am Dienstag auch noch Geburtstag hatte, sei eigentlich Routine. „Ich habe dafür keine Erklärung.“ Der Mann wird seit 2016 in der Hausmannstraße gepflegt.

„Durch den schwachen Kreislauf könnte mein Vater eine notwendige Operation nicht überleben“

Der Sohn fuhr noch am Dienstag von Dessau aus in die Spezialklinik nach Halle, um sich einen persönlichen Eindruck vom Zustand seines Vaters zu machen. Die Lage ist schwierig. „Durch den schwachen Kreislauf könnte mein Vater eine notwendige Operation nicht überleben. Wenn nicht operiert wird, könnte er auch an den Folgen der Verbrühungen und Verbrennungen sterben“, schilderte der Sohn die Situation.

„Wir können den Schmerz und die Wut der Angehörigen nachvollziehen. Auch bei uns in der Einrichtung sind alle betroffen und hoffen auf schnelle Aufklärung durch die Polizei“, sagt Avendi-Heimleiterin Daniela Müller der MZ. Ihr Angestellter, der den Bewohner beim Baden in der Betreuung hatte, sei von diesem Vorfall seelisch belastet. Konsequenzen sollen laut Müller aber erst gezogen werden, wenn der Fall aufgeklärt ist. (mz)