Umzugswagen rollen

Umzugswagen rollen: Neubau in der Flössergasse zwei Monate früher fertig

Dessau - Ingrid Wagner war die erste! „Zweimal“, erzählt die 67-Jährige glücklich. Seit einer Woche ist sie Mieterin in der Flössergasse 49. Am 14. September hat sie von Martin Thurow von der Wohnungsgenossenschaft Dessau ihre Wohnungsschlüssel überreicht bekommen. Und war damit die allererste. „Sozusagen als Belohnung, denn ich war 2018 die allererste Interessentin überhaupt für den Neubau ...

Von Sylke Kaufhold 30.09.2020, 07:29

Ingrid Wagner war die erste! „Zweimal“, erzählt die 67-Jährige glücklich. Seit einer Woche ist sie Mieterin in der Flössergasse 49. Am 14. September hat sie von Martin Thurow von der Wohnungsgenossenschaft Dessau ihre Wohnungsschlüssel überreicht bekommen. Und war damit die allererste. „Sozusagen als Belohnung, denn ich war 2018 die allererste Interessentin überhaupt für den Neubau hier.“

Eine Zwei-Raum-Wohnung mit Balkon, 60 Quadratmeter groß, bewohnt Ingrid Wagner nun. „Ich habe mich hier gleich wohl gefühlt, es ist ruhig und modern, alles so, wie ich es mir vorgestellt habe“, schwärmt sie von ihrem neuen Zuhause. Noch steht nicht alles am Platz, fehlen noch einige Stücke. „Aber das wird ein Schmuckstück“, ist sie überzeugt. Für die 67-Jährige ist der Umzug in die Flössergasse quasi eine Rückkehr zu den Wurzeln. 1977 wohnte sie mit Mann und Sohn in der Muldstraße 66. „Das war unsere erste Wohnung als Familie, jetzt bin ich wieder hier.“

33 Zwei- und Dreiwohnungen, zwischen 60 und 95 Quadratmeter groß, entstanden in dem Neubau. Nahezu täglich rollen Umzugswagen vor. Wie Nicky Meißner, Vorstandsvorsitzender der Wohnungsgenossenschaft Dessau berichtet, sind bis auf zwei Wohnungen alle vermietet. „Das freut uns natürlich, zeigt es doch, dass das Konzept aufgeht.“

Zentrumsnah, barrierefrei, große Balkone, begrüntes Parkhaus zeichnen den Neubau aus. Auch Brigitte und Karl-Heinz Lingner wissen diese Vorzüge bereits zu schätzen. Sie sind aus Bobbau nach Dessau gezogen, haben dort ihr Haus aufgegeben. „Den Plan hatten wir schon eine ganze Weile“, erzählt der 73-Jährige, „aber wir haben nicht gleich das Passende gefunden.“

Bei der Wohnungsgenossenschaft hätten sie eine allgemeine Anfrage gestellt. „Dann ist uns das hier gezeigt worden, erstmal waren wir erschrocken von der Größe, auch Grundriss und Lage der Wohnung sind ungewöhnlich“, erzählt Karl-Heinz Lingner. Inzwischen aber ist die neue Wohnung eingerichtet - und das Ehepaar fühlt sich schon nach wenigen Tagen pudelwohl in seinem neuen Heim. „Es war die richtige Entscheidung.“

Das Bauvorhaben lief auch in Coronazeiten planmäßig. Genau zwei Jahre liegt der erste Spatenstich zurück. Dann stoppten archäologische Ausgrabungen die Arbeiten. Ein halbes Jahr ruhte die Baustelle. „Wir hatten keine Hoffnung, dass wir den Fertigungstermin halten können“, so Nicky Meißner. Der Mietbeginn war für den 1. Dezember avisiert gewesen. „Jetzt konnten wir sogar zwei Monate eher anbieten.“ Auch der Kostenrahmen von rund 7 Millionen Euro wurde eingehalten. In den nächsten Wochen wird das Parkdeck begrünt werden. Dies wurde rund anderthalb Meter angehoben, so dass den Mietern ein überdachtes Parkhaus mit mehr als 50 Stellplätzen zur Verfügung steht.

„Die intensive Begrünung und Gestaltung als nutzbare Grünfläche mit Bäumen und Bänken ist das Besondere hier“, erklärt Meißner. Nun hofft der Vorstandsvorsitzende, dass auch das Umfeld aufgewertet wird. „Deshalb freuen wir uns, dass der Wohnungsverein seinen Block saniert. Aber es wäre eine Dynamik von allen Eigentümern wünschenswert.“ (mz)