Trockenheit und Hitzewelle

Trockenheit und Hitzewelle: Stadt durstig wie nie: Trinkwasserverbrauch auf Höchststand

Dessau-Roßlau - Dessau-Roßlau erlebt den höchsten Bedarf an Trinkwasser seit zehn Jahren. Zu dieser Einschätzung kommen die DVV-Stadtwerke angesichts der aktuellen Abnahmemengen aus dem Wassernetz. In der anhaltenden Hitze- und Trockenperiode verzeichnete die Stadtwerke-Tochter Deswa als Versorger den größten Wasserbedarf des ...

Von Silvia Bürkmann 11.06.2018, 06:40

Dessau-Roßlau erlebt den höchsten Bedarf an Trinkwasser seit zehn Jahren. Zu dieser Einschätzung kommen die DVV-Stadtwerke angesichts der aktuellen Abnahmemengen aus dem Wassernetz. In der anhaltenden Hitze- und Trockenperiode verzeichnete die Stadtwerke-Tochter Deswa als Versorger den größten Wasserbedarf des Jahrzehntes.

Spitzenzeiten für Wasserverbrauch von 18 bis 20 Uhr

Derzeit werden pro Tag etwa 13.000 Kubikmeter (m³) Trinkwasser geliefert. Der normale Verbrauch liegt durchschnittlich bei täglich 11000 Kubikmetern. „Die signifikante Steigerung verzeichnen wir seit Anfang Mai. 2018. Hier stieg im Vergleich zum April der Gesamtbedarf um 65000 Kubikmeter“, sagt Stadtwerke-Sprecher Christian Mattke. Wurden im April noch 330000 Kubikmeter geliefert, waren es im Mai 395000 Kubikmeter. Veranschaulichend wird ein Kubikmeter oft gleichgesetzt einem Würfel mit Kantenlänge von einem Meter. Dessen Volumen entspricht etwa dem Inhalt einer großen Badewanne.

Nach dem erfrischenden Nass lechzen die Menschen derzeit überall: Ein randvolles Wasserglas löscht den brennenden Durst, ein zusätzlicher Sprung unter die Dusche hebt das persönliche Wohlbefinden, die Pflanzen auf Balkon oder Garten wollen täglich versorgt sein. Diese kleinen und wichtigen Alltäglichkeiten widerspiegeln sich deutlich beim Zugriff auf das Trinkwassernetz in Dessau-Roßlau: Immerhin fließt dessen Löwenanteil in private Haushalte. 70 Prozent des gesamten Verbrauches werden an Haushaltskunden geliefert, 30 Prozent an Industrie, Gewerbe, öffentliche und kommunale Einrichtungen.

Wie sich der gegenwärtige Mehrverbrauch konkret auf die jeweiligen Abnehmer aufteilt, kann der Versorger detailliert erst nach den jeweiligen Jahresablesungen ermitteln. Eine Tendenz aber lassen die aktuellen „Abflüsse“ doch vermuten, heißt es auf Nachfrage aus den Stadtwerken: „Aufgrund der aktuellen Verbrauchsspitzen zwischen 18 und 20 Uhr gehen wir davon aus, dass bei den Privathaushalten gegenwärtig der größte Mehrbedarf an Trinkwasser besteht“, heißt es aus der Unternehmenszentrale in der Albrechtstraße.

Das Dauerthema Hitze-Trockenheit-Wasser erlangte landesweit neue Brisanz, als in verschiedenen Regionen (Mansfeld-Südharz, Weißenfels) Versorgungsengpässe drohten. Und damit Beschränkungen für die Verbraucher, wie untersagte Autowäschen und Gartenberegnung.

Das könne hier nicht passieren, sind die DVV-Stadtwerke überzeugt: „Die Trinkwasserversorgung in Dessau-Roßlau ist auch bei länger anhaltenden Trockenperioden sicher. Einschränkungen sind nicht zu erwarten.“

Eigene Brunnen und Fernwasser aus dem Harz verhindern bislang Engpässe

Dessau-Roßlau bezieht sein Trinkwasser aus verschiedenen Quellen: Zu 70 Prozent über drei eigene Wasserwerke. Die Wasserfassungen im Wasserwerk Ost (Wasserwerkstraße), Quellendorf und Roßlau können täglich maximal 11000 Kubikmeter aus Tiefbrunnen fördern. 30 Prozent des Trinkwassers werden über die Fernwasserversorgung Elbaue Ostharz GmbH bezogen.

Die Auslastung der eigenen Wasserwerke liegt derzeit bei rund 90 Prozent. Der erforderliche Mehrbedarf kann jederzeit flexibel über die Erhöhung des Fernwasserbezuges gedeckt werden. Das Fernwasser ist ein Mischwasser aus der Rappbodetalsperre und Wasser aus dem Wasserwerk Torgau. Der Ortsteil Rodleben wird mit Wasser der Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH aus dem Wasserwerk Lindau versorgt.

(mz)