Transsexuelle Dessauerin

Transsexuelle Dessauerin: Drei Firmen geben Jenny B. eine Chance

Dessau - Jenny B. ist transsexuell. Seit ihrem Outing findet sie keinen Job. Das könnte sich nun ändern.

Von Heidi Thiemann 15.07.2016, 14:59

Drei Arbeitgeber haben sich spontan bei der Mitteldeutschen Zeitung gemeldet, nachdem sie dort über das Schicksal von Jenny B. gelesen haben. Die Dessauerin ist transsexuell. Sie wurde als Mann geboren und verlor vor drei Jahren nach ihrem Outing ihren Arbeitsplatz.

Heute lebt die Frau, die zuletzt als Kundenbetreuerin in einem Elektronikmarkt gearbeitet hatte, von Hartz IV. Sie wünscht sich nichts sehnlicher, als wieder Bestätigung mit einer Arbeit zu finden. „Ich möchte ein ordentliches Leben haben“, sagt sie, „auch für meine Familie, meine neunjährige Tochter.“ Doch auf all ihre Bewerbungen hatte sie - wenn überhaupt - nur ablehnende Reaktionen erhalten. Sie fragte sich, gibt es hier keine Chance für sie?

Freude bei Jenny

Es gibt eine Chance! Das Call-Center Sitel und McDonalds riefen bei der MZ an und haben Jenny B. angeboten, sich dort zu bewerben. „Wenn Jenny kommunikativ ist, ich suche für meine Abteilung Kundenbetreuer/in. Arbeitsort Bitterfeld“, schrieb zudem eine Mitarbeiterin der Höher Management GmbH.

Die MZ hat alle Angebote an die 44-Jährige weitergeleitet. „Ich habe mich sehr darüber gefreut“, sagt sie, „und bin jetzt dabei, die Bewerbungen zu schreiben.“ Sie werde die Chance auf alle Fälle nutzen, versicherte die Dessauerin. Auch die Arbeitsagentur hat sich bei ihr gemeldet, nachdem die MZ dort auf deren Schicksal aufmerksam gemacht hatte. Kommenden Donnerstag wird es ein Gespräch in der Agentur geben.

Auch das Fernsehen klopft an

Auch das MDR-Fernsehen möchte nun über das Schicksal von Jenny B. und deren Selbsthilfegruppe in Leipzig berichten. „Ich versuche alle Möglichkeiten zu nutzen, die sich mir bieten“, sagte Jenny B. zu diesem Angebot. „Ich will nicht sang- und klanglos untergehen.“ (mz)