Start am Roßlauer Bahnhof

Start am Roßlauer Bahnhof: Bahn investiert 100 Millionen Euro in den Eisenbahnknoten

Roßlau - Umbau und Sanierung des Eisenbahnknotens geht in nächste Phase. Zum symbolischen Beginn kommt Ministerpräsident. Investiert werden 100 Millionen Euro.

10.09.2018, 08:42

Am Bahnhof in Roßlau haben Bauarbeiten für ein Großprojekt der Deutschen Bahn begonnen: die Modernisierung des Eisenbahnknotens Roßlau/ Dessau. Ein nicht mehr genutzter Zugangstunnel zum Bahnsteig am Gleis 2 wurde bereits verfüllt. Auch Spundwände werden gesetzt.

Die Deutsche Bahn will sich auf Nachfrage aktuell nicht zum Baugeschehen äußern und verweist auf den offiziellen Start für das Vorhaben in der kommenden Woche. „Nach ersten Bauvorbereitungen beginnen die Arbeiten für den Umbau des Eisenbahnknotens Roßlau einschließlich Güterbahnhof“, heißt es in der Einladung. Auch Ministerpräsident Rainer Haseloff (CDU) nimmt teil.

Bund und Deutsche Bahn investieren von 2018 bis 2022 rund 100 Millionen Euro in das Projekt. Umgebaut und saniert wird die gesamte Infrastruktur. Geplant ist unter anderem die Erneuerung von Gleisen auf 20 Kilometern Länge, der Abriss nicht mehr genutzter Gleisanlagen, der Anschluss von Sicherungsanlagen an ein neues elektronisches Stellwerk.

Ziel ist ein modernes Eisenbahnkreuz an der Schnittstelle

Alte Stellwerke werden abgerissen, Oberleitungen erneuert. Teil des Baus ist auch eine Modernisierung am Haltepunkt Meinsdorf. Noch in diesem Jahr soll auf dem Roßlauer Bahnhof eine neue Überführung gebaut werden, die mit Aufzügen einen barrierefreien Zugang ermöglicht. Erneuert wird auch der Bahnübergang auf der Strecke Roßlau nach Luko. Brückenneubauten wird es über der L120 in Meinsdorf und über den Kirchweg in Roßlau geben.

Ziel, so erklärte die Deutsche Bahn im Juni, ist ein modernes Eisenbahnkreuz an der Schnittstelle der insbesondere für den Güterverkehr wichtigen Bahnstrecken. Dazu gehören die Korridore Benelux-Nordseehäfen-Magdeburg-Osteuropa und Frankfurt/Oder - Berlin - Halle/Leipzig.

Die Arbeiten sollen überwiegend „unter rollendem Rad“ stattfinden, auch der Zugverkehr soll bis auf Ausnahmen aufrecht erhalten werden. Große Einschränkungen gibt es für Meinsdorf, wenn ab Juni 2020 die Sperrung der L 120 beginnt. Voraussichtlich bis Frühjahr 2022 müssen Kraftfahrer dann den Umweg über Mühlstedt und Streetz nach Roßlau in Kauf nehmen beziehungsweise über Thießen und Luko fahren. (mz/lga)