Attacke auf Schafe in Streetz

Schafe vom Wolf gerissen: Zeigt Video einen Wolfsangriff in Dessau?

Dessau - Der jüngste mutmaßliche Wolfsangriff bei Dessau, dem in Streetz neun Schafe zum Opfer gefallen sind, wurde gefilmt.

Das Video eines Jägers dokumentiert den Angriff auf die Schafherde

Der jüngste mutmaßliche Wolfsangriff bei Dessau, dem in Streetz neun Schafe zum Opfer gefallen sind, wurde gefilmt.

Dabei sind sensationelle Aufnahmen gelungen. So ist gegen Ende des Videos zu sehen, wie das Raubtier aus dem Stand einen 90 Zentimeter hohen Elektrozaun überspringt.

Handelt es sich bei dem gefilmten Tier tatsächlich um einen Wolf, wäre das der erste filmische Beweis für dieses Verhalten. Schäfer und Viehhalter vermuten seit langem, dass der Wolf ihre Zäune überspringt.

Unter Wolfsexperten herrscht dagegen bislang die Auffassung, der Wolf sei kein Springer und würde sich im Zweifel eher unter Absperrungen durchgraben statt springen. Im Wolfskompetenzzentrum Iden will man die Aufnahmen nun auswerten, zusammen mit den am Ort des Geschehens gesicherten DNA-Spuren.

Schafe gerissen: Video zeigt Angriff durch Raubtier

Aufgenommen wurde das Video von Matthias Hoffmann. Der Jäger aus Meinsdorf war am Samstagmorgen gegen 6 Uhr zur Jagd aufgebrochen und wurde Zeuge des Angriffs.

Mittels Wärmebildkamera dokumentierte er den Vorfall und sammelte fast 60 Minuten Material. Im Zusammenschnitt, der der MZ vorliegt, ist das Raubtier  beim Fressen zu sehen.

Auffällig: Ganz in der Nähe steht ein Schaf, scheinbar ungerührt von der Anwesenheit des Wolfes. „Ich vermute, dass es sich dabei um eines der Schafe handelt, die den Angriff schwer verletzt überlebt haben und das deshalb nicht flüchtet“, erklärt Hoffmann.

Außerdem ist zu sehen, mit welcher Kraft das Raubtier an einem der gerissenen Schafe zerrt. Am Ende des Videos sieht man das Raubtier gemächlich über die Koppel traben und über den Zaun verschwinden.

Der Streetzer Schäfer Klaus Altenkirch war zum dritten Mal innerhalb von kürzester Zeit von einem Wolfsangriff betroffen.  Er hat schon über 20 Tiere verloren. Ob immer der selbe Wolf der Angreifer ist, soll untersucht werden. (mz)