Saison vorzeitig beendet

Saison vorzeitig beendet: Busse der Dessauer Nahverkehrsfreunde gehen in Winterschlaf

Dessau - Die Dessauer Nahverkehrsfreunde beenden ihre Saison vorzeitig. Mit neuen Plänen soll es im Frühjahr 2021 zurück auf die Straßen der Stadt gehen.

Von Danny Gitter

Mit dem Teil-Lockdown im November lassen auch die Dessauer Nahverkehrsfreunde ihre diesjährige Saison ausklingen und schicken ihre Busse, voraussichtlich bis zum nächsten Frühjahr, ins Depot.

Am 7. November hätte noch einmal eine „Katastrophentour“ quer durch Dessau auf dem Plan gestanden. Bei dieser Rundfahrt durch das Stadtgebiet hätten die Gäste Wissenswertes über große Unfälle, Explosionen und andere Unglücke aus der Vergangenheit erfahren.

Am 28. November hätten die Nahverkehrsfreunde mit einem ihrer historischen Busse interessierte Fahrgäste zum Wörlitzer Adventsmarkt gebracht. Die Saison beenden wollten sie am 12. Dezember mit einer „Verbrechenstour“ zu Orten, wo einst spektakuläre Verbrechen in Dessau geschahen.

Die beiden historischen Busse sind saisonal versichert

„Durch die aktuelle Situation haben wir uns entschieden, unsere Busse schon jetzt in die Winterpause zu schicken“, erklärt Dirk Edelmann, der Vorsitzende der Nahverkehrsfreunde Dessau, auf MZ-Nachfrage.

Selbst wenn der Teil-Lockdown tatsächlich nur bis Ende November anhalten sollte, wird es auch im Dezember keine Aktivitäten geben. „Wir müssten dann extra für diesen Monat unsere Fahrzeuge noch einmal teuer versichern. Wenn dann im Dezember immer noch nichts stattfinden kann, würde das unnötige Kosten verursachen“, erklärt Edelmann.

Die beiden historischen Busse, ein einstiger Berliner Linienbus von Mercedes und ein Doppeldeckerbus, der ebenfalls früher durch Berlin fuhr, sind saisonal versichert. Eine Extra-Versicherung würde sich nur bei entsprechenden Aktivitäten, wie Rundfahrten oder Vermietungen an Firmen und für private Anlässe lohnen.

Pandemiebedingt war die Vorsicht und Zurückhaltung beim Fahrgastaufkommen zu spüren

„Wir sind bisher trotz Corona finanziell gut durchs Jahr gekommen“, bilanziert der Vereinsvorsitzende. Der ursprüngliche Saisonstart mit den monatlichen Themenfahrten verschob sich zwar von April auf den Juli. Ab da wollten aber, wie schon in den Jahren zuvor, sich viele Interessenten das Angebot nicht entgehen lassen.

Pandemiebedingt war die Vorsicht und Zurückhaltung bei der ersten Fahrt auch beim Fahrgastaufkommen zu spüren. Doch die übrigen Themenfahrten zogen wieder deutlich mehr Leute an.

Das mag auch an dem im August erstmals für die Themenfahrten eingesetzten Doppeldeckerbus gelegen haben, der bei seinem Einstand interessierte Fahrgäste von Dessau nach Ferropolis brachte. Auch für Firmenevents, Hochzeiten und andere private Anlässe wurde der Doppeldecker gut gebucht.

„Wir überarbeiten in der Winterpause noch einmal unser Konzept“

Da die Saison in diesem Jahr später anfing, sollte sie auch später enden. Für die Zukunft ist es aber durchaus vorstellbar, dass nicht wie bisher schon im Oktober, sondern erst im Dezember Schluss ist. „Wir überarbeiten in der Winterpause noch einmal unser Konzept“, verrät Edelmann.

Das könnte heißen, dass die klassischen Themenfahrten Geschichte sind. „Wir könnten uns vorstellen, zum Beispiel von März bis Dezember zwei bis dreimal pro Monat klassische Stadtrundfahrten anzubieten“, so der Vereinsvorsitzende. Diese könnten spezielle Schwerpunkte, zum Beispiel begleitende Erzählungen in Mundart oder zur Fürstengeschichte, haben. Auch Fototouren durch die Stadt auf dem Oberdeck des Doppeldeckers wären denkbar.

Das Jahr 2021 mit den Nahverkehrsfreunden wird spannend, versichert Edelmann. Fragt sich nur, wann und wie coronabedingt die Saison im nächsten Jahr starten kann. (mz)