Kultursommer in Doppelstadt großer Erfolg

„Sahnehäubchen“ für Dessauer Gartenträume Lounge - Konzerte locken auf den Marktplatz

Mit mehr als 70 Veranstaltungen wurde die Zerbster Straße im Sommer zum Erlebnisort. Die Organisatorin hat schon 2022 im Blick.

12.10.2021, 14:00
Der Abschlusstag der Gartenträume Lounge am 7. Oktober begeisterte die Dessau-Roßlauer bis in den späten Abend hinein.
Der Abschlusstag der Gartenträume Lounge am 7. Oktober begeisterte die Dessau-Roßlauer bis in den späten Abend hinein. Foto: Thomas Ruttke

Dessau/MZ - Die kleine Bühne in der Gartenträume-Lounge ist abgebaut. Fünf Monate lang waren dort Künstler zu Gast, die die Zerbster Straße in einen lebendigen Kultur- und Erlebnisort verwandelten. Maren Springer-Hoffmann von der Stadtmarketinggesellschaft war die Frau, die hinter den Kulissen dafür sorgte. MZ-Redakteurin Sylke Kaufhold blickte mit ihr zurück.

Der kommende Donnerstagabend ist nach Monaten der erste freie. Was werden Sie tun?

Springer-Hoffmann: Keine Ahnung. Das wird komisch werden.

Die Gartenträume-Lounge ging mit einem furiosen Abschluss zu Ende. Sind Sie froh, dass der Veranstaltungsstress nun vorbei ist?

Maren Springer-Hoffmann
Maren Springer-Hoffmann
Foto: MSH

Ich habe ein lachendes und ein weinendes Auge. Es war in der Tat viel Arbeit, da es ja aufgrund der Fördermittel, die die Stadt für den Kultursommer 2021 bekommen hat, viel mehr Veranstaltungen geworden sind als wir ursprünglich geplant hatten. Ich war ja fast jedes Mal auch abends vor Ort. Das ist auf Dauer schon anstrengend. Auf der anderen Seite haben die Veranstaltungen selbst entschädigt. Es war immer eine tolle Atmosphäre und die Künstler dankbar für diese Auftrittsmöglichkeit.

Wie oft standen denn Künstler auf der kleinen Bühne?

Wir hatten vom 10. Juni bis 7. Oktober 72 Veranstaltungen ganz unterschiedlicher Art. Davon waren 42 Konzerte, es gab 22 Veranstaltungen für Kinder mit Puppentheater, Lesung, Zirkus. Außerdem gab es Tanz, Sportpräsentationen und Kabarett in der Marienkirche. Musikalisch haben wir ebenfalls alle Stilrichtungen bedient. Anliegen war es ja, vor allem Künstlern der Region nach der Coronazwangspause eine Bühne zu bieten.

Im Lauf des Sommers kamen zu den Donnerstagen auch Mittwoche, Freitage und Samstage dazu. Wie kam es dazu?

Wir hatten sehr viele Anfragen von Künstlern, die gerne auftreten wollten und wir hatten dank der Förderung mehr Gelder zur Verfügung. Also haben wir erweitert, um so viele Künstlerwünsche wie möglich zu erfüllen.

Wie haben die Dessau-Roßlauer dieses Angebot genutzt?

Die Veranstaltungen waren immer gut besucht, alle haben ihr Publikum gefunden. Insgesamt war das Feedback auf die Gartenträume Lounge sehr positiv. Die Leute fühlen sich wohl und genießen die Kultur als Sahnehäubchen.

Wettermäßig war der Sommer ja recht durchwachsen. Mussten Veranstaltungen wegen Regens abgesagt werden?

Wir mussten zwei verschieben. Ansonsten war das Wetter kein Problem. Die Leute haben sich angepasst und kamen mit Decken und Regenkleidung. Auch wir hatten uns eingestellt und zum Beispiel die Bühne mit einem Pavillon überdacht und Ponchos im Angebot.

Wird es 2022 wieder Kultur in der Gartenträume Lounge geben?

Das haben wir auf jeden Fall vor. Allerdings wird es nicht wieder so umfangreich sein können wie in diesem Jahr, da es ja sicher nicht wieder Fördermittel geben wird. Also müssen wir eine andere Finanzierungslage schaffen.

Gibt es dafür schon Ideen?

Wir wollen mit den Anrainern der Zerbster Straße gemeinsam überlegen, was machbar ist. Unser Ziel ist es auf jeden Fall, die offene Bühne zu verstetigen. Vielleicht könnte man die Bühne wandern lassen, also auch die Nischen in der Ratsgasse oder den Lily-Herking-Platz und andere Orte der Innenstadt bespielen. Das kann die Stadtmarketinggesellschaft aber nicht alleine stemmen, dafür braucht es Kooperationspartner. Wir werden den Winter nutzen, um den Sommer vorzubereiten.

Gaia Percussion sorgte neben vielen anderen Dessauer Akteuren für Stimmung auf dem Marktplatz.
Gaia Percussion sorgte neben vielen anderen Dessauer Akteuren für Stimmung auf dem Marktplatz.
Foto: Thomas Ruttke