Proteste am 11. März

Proteste am 11. März in Dessau: Polizei erwartet mehrere tausend Demonstranten

Dessau - Am 11. März, dem Tag an dem Neonazis durch Dessau marschieren wollen, wird es in der Stadt möglicherweise heiß hergehen. Wie die Polizeidirektion Ost am Mittwoch mitteilte, rechnen die Beamten mit mehreren Tausend Demonstranten. Mehrere hundert Polizisten aus Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern werden im Einsatz sein, um die Veranstaltungen ...

Von Annette Gens 08.03.2017, 16:30

Am 11. März, dem Tag an dem Neonazis durch Dessau marschieren wollen, wird es in der Stadt möglicherweise heiß hergehen. Wie die Polizeidirektion Ost am Mittwoch mitteilte, rechnen die Beamten mit mehreren Tausend Demonstranten. Mehrere hundert Polizisten aus Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern werden im Einsatz sein, um die Veranstaltungen abzusichern.

Dem städtischen Amt für Ordnung und Verkehr liegen bislang 16 Anmeldungen für Demonstrationen, Mahnwachen und Gedenkveranstaltungen im Stadtgebiet vor. Die Mehrzahl der Kundgebungen und Mahnwachen sind eine Reaktion auf den von Rechtsextremen angemeldeten sogenannten Trauermarsch anlässlich der Bombardierung Dessaus am 7. März 1945. Bereits an diesem Tag finden einige Protest- und Gedenkveranstaltungen statt, so an der Friedensglocke und am OdF-Mahnmal sowie in der Pauluskirche.

Menschenkette soll Stadtzentrum schützen

Zum 11. März hat das Netzwerk „Gelebte Demokratie“ die Dessau-Roßlauer aufgerufen, mit einer Menschenkette das Stadtzentrum vor Neonazis und deren Geschichtsklitterung zu schützen. Um 14 Uhr werden Kirchenglocken das Zeichen geben, die Kette auf dem Innenstadtring zu schließen, als Zeichen für Frieden und Toleranz.

Ob sich die Zahl der Versammlungen im Stadtgebiet noch erhöhen wird, ist derzeit offen. Amtsleiterin Marlis Linder sagte, dass ihr Amt das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit absichert. Die Vielzahl an Aktionen im Stadtzentrum und im Dessauer Norden bedeutet auch Straßensperrungen oder Verkehrsumleitungen, erklärte Lindner.

Straßensperrungen und Schienenersatzverkehr

Ab 11.30 Uhr beginnen die Einschränkungen mit der Sperrung der Museumskreuzung. Die Straßenbahn bleibt bis 12 Uhr auf der Strecke und wird dann von Schienenersatzverkehr abgelöst. Für Buslinien stehen Umleitungen an. Die Stadtwerke werden ab Freitag an den Haltestellen informieren. „Je nach versammlungsrechtlicher Situation werden die Sperrungen zeitnah aufgehoben.“

Das betrifft auch verschiedene Maßnahmen in Dessau-Nord am Rondell und damit Teile der Richard-Wagner-Straße, Kurt-Weill-Straße, Ringstraße Mendelssohnstraße, Heinrich-Heine-Straße und Marienstraße. Von Verkehrsänderungen sind auch die Bewohner der Kantorstraße betroffen. Sie werden per Wurfsendung informiert. Am längsten gesperrt werden Teile der Rabestraße. Ab 15 Uhr bis voraussichtlich 22 Uhr wird gesperrt unter anderem für den Auftritt einer Schülerband.

Was die Verkehrsänderungen im Dessauer Norden betrifft, so ist die Verkehrsbehörde verpflichtet, diese 72 Stunden zuvor durch Beschilderung anzukündigen. „Das werden wir einhalten“, so Lindner. (mz)