Perren-Nachfolge neu ausgeschrieben

Perren-Nachfolge neu ausgeschrieben: Geringere Ansprüche an neuen Bauhaus-Direktor in Dessau

Dessau - Bewerbung für Perren-Nachfolge neu ausgeschrieben.

Von Daniel Salpius
Wer wird neuer Bauhaus-Direktor?

Nach dem Abbruch der ersten Bewerbungsrunde im Dezember hat die Stiftung Bauhaus Dessau ihren Direktorenposten neu ausgeschrieben. Am überarbeiteten Ausschreibungstext fällt dabei auf, dass die Stiftung die Anforderungen an mögliche Bewerber deutlich herunter geschraubt hat.

Das war auch abzusehen. Von den 19 potenziellen Kandidaten, die sich auf die erste Ausschreibung beworben hatten, konnte beim Stiftungsrat letztlich keiner überzeugen. Wie die Stiftung Anfang Dezember in einer Pressemitteilung erklärte, habe dies jedoch nicht allein an der Qualifikation der Bewerber gelegen.

So „waren die Anforderungen an die ausgeschriebene Stelle bisher im Ausschreibungstext in der Gesamtschau nicht zutreffend erfasst“, hieß es damals von der Stiftung.

Neue Ausschreibung setzt einige Eigenschaften nicht mehr strikt voraus

Übersetzt heißt das offenbar, dass die Ansprüche zu hoch waren, was das Bewerberfeld eingeschränkt haben könnte. Dafür spricht, dass die neue Ausschreibung einige Eigenschaften nicht mehr strikt voraussetzt. So werden „Erfahrungen in der Leitung und Repräsentanz kultureller oder akademischer Einrichtungen im In- oder Ausland“ nur noch als wünschenswerte Berufserfahrung angegeben. In der ersten Ausschreibung war dies noch eine Kernanforderung an Bewerber. Auch Kenntnisse in der Haushaltsführung sowie Erfahrungen in der Drittmittelakquise werden nicht mehr erwartet, sondern sind nur noch als wünschenswert ausgewiesen.

Mit den Anpassungen solle das Bewerberfeld verbreitert werden, bestätigte Stiftungssprecherin Ute König auf Nachfrage. „An den Idealvorstellungen hat sich aber nichts verändert“, betonte sie. Man hoffe aber, so König, dass sich dadurch noch mal ganz andere Leute bewerben.

Explizit nicht abgerückt ist die Stiftung dagegen von der Bedingung, dass ein neuer Direktor oder eine neue Direktorin auch den eigenen Wohnsitz nach Dessau-Roßlau oder zumindest in die Region verlegt.

Vorausgesetzt bleib ein Doktortitel in den Bereichen Architektur, Kunstgeschichte oder Kulturwissenschaften

Vorausgesetzt wird auch weiterhin unter anderem ein Doktortitel in den Bereichen Architektur, Kunstgeschichte oder Kulturwissenschaften, mehrjährige Berufserfahrung in der wissenschaftlichen oder kuratorischen Arbeit zum Bauhaus sowie Erfahrungen in der Personalführung und Öffentlichkeitsarbeit. Besonders interessiert ist die Stiftung nach wie vor an „weiblichen Persönlichkeiten“ zur Erhöhung des Frauenanteils.

Dass der Posten neu besetzt werden muss, ist seit Ende März 2020 bekannt. Kurz nach Beginn ihrer zweiten Amtszeit hatte die langjährige Direktorin Claudia Perren damals ihren vorzeitigen Abschied zum 1. August 2020 angekündigt. Inzwischen ist sie die neue Direktorin der Hochschule für Gestaltung und Kunst in Basel.

Im Juni 2020 hatte das Land die Ausschreibung für eine Perren-Nachfolge veröffentlicht, Bewerbungsschluss war am 31. Juli 2020. Seitdem wurde die Verkündung einer Nachfolge immer wieder verschoben und die Suche Anfang Dezember schließlich ergebnislos abgebrochen.

Für die aktuelle Ausschreibung endet die Bewerbungsfrist am 31. Januar. (mz)