Obdachlosenheim Rosenhof

Obdachlosenheim Dessauer Rosenhof: Zum Ramadan an die Armen denken

Dessau - Manchmal gibt es vom Bäcker Brot und Brötchen, die übrig waren und am nächsten Tag nicht mehr ins Geschäft gebracht werden. Weihnachten werden sie in die Stillinge zum Festessen eingeladen. Jedes Jahr gibt es ein Sommerfest. Was es noch nie gab, das ist eine Spende vom islamischen Kulturverein. Am Donnerstag wurde das ...

Manchmal gibt es vom Bäcker Brot und Brötchen, die übrig waren und am nächsten Tag nicht mehr ins Geschäft gebracht werden. Weihnachten werden sie in die Stillinge zum Festessen eingeladen. Jedes Jahr gibt es ein Sommerfest. Was es noch nie gab, das ist eine Spende vom islamischen Kulturverein. Am Donnerstag wurde das geändert.

Eine Pflicht den Armen zu helfen

Der islamische Kulturverein hat im Obdachlosenheim und in den Schlichtwohnungen im Dessauer Rosenhof ein Abendessen verteilt. Vier Wochen fasten derzeit die Moslems und feiern Ramadan - auch in Dessau ist das so. Erst nach Sonnenuntergang darf gegessen und getrunken werden.

Fasten im Islam ist eine Form des Gottesdienstes. „Zum Ramadan erinnert uns der Koran auch an unsere Pflicht, den Armen zu helfen“, erklärte Mazin Ali, Vorsitzender des Kulturvereins, und verteilte mit Freunden an die Männer, Frauen und Kinder am Donnerstag im Rosenhof Reis mit Gemüse und Pizza.

Pizza für die Kinder

In den Schlichtwohnungen, die zum Obdachlosenheim gehören, wurden die Speisen dankend angenommen. Fünf Familien - sieben Erwachsene und neun Kinder - sind dort Zuhause. Zu ihnen gehören Petra und Conny, die mit ihren Kindern und Enkeln seit mehreren Jahren im Rosenhof leben.

Am Donnerstagabend setzten sie sich gemeinsam an den vom Kulturverein gedeckten Tisch im Garten vor ihrer Unterkunft. Die Kinder freuten sich auf Pizza, während Mazin Ali um Verständnis dafür bat, nicht gemeinsam mit den Beschenkten essen zu dürfen. Seine Essenszeit beginne, wenn die Kinder im Bett liegen und wenn Deutsche eigentlich kaum mehr Hunger haben.

Eine Schicksalsnacht, die Glück bringt

Ali erzählte, dass die letzten zehn Tage des Ramadan zu heiligen Tagen gehören. Wenn man in der Schicksalsnacht etwas Gutes tue, dann bringe dies viele Jahre Glück. Ob die Schicksalsnacht für die Mitglieder des Kulturvereins am Donnerstag war, steht in den Sternen. Niemand wisse das zuvor, wann sie ist, erklärte Ali und deutete auf das Ende des Fastenmonats hin. Am 4. Juli endet Ramadan, der für Muslime eine Pflicht ist. (mz/age)