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Neunjähriges Kind missbraucht Neujähriges Kind missbraucht: Staatsanwalt fordert am Landgericht Dessau für Mann aus Niger sechs Jahre Haft

10.09.2019, 10:30
Der Angeklagte wird am Dienstag in das Landgericht in Dessau geführt.
Der Angeklagte wird am Dienstag in das Landgericht in Dessau geführt. Ruttke

Dessau - Im Vergewaltigungsprozess gegen einen Mann aus dem Niger ist am Landgericht Dessau das Urteil gefallen: Der Mann aus dem Niger wurde am Dienstag zu fünf Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

Das Landgericht blieb damit unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die  sechs Jahre Haft beantragt hatte. Die Nebenklage hatte eine Strafe von acht Jahren und sechs Monaten verlangt. Die Verteidigung hatte sich für fünf Jahre Gefängnis ausgesprochen.

Dem Mann wurde schwerer sexueller Missbrauch von Kindern in Tateinheit mit schwerer Vergewaltigung und Körperverletzung vorgeworfen, außerdem illegaler Waffenbesitz und das illegale Führen von Waffen. Der Angeklagte hatte bei der Tat ein verbotenes Butterflymesser dabei.

Der 27-Jährige hatte sich am Pfingstsonntag auf den Roßlauer Elbwiesen an einem neunjährigen Mädchen vergangen. Der Mann, ein geduldeter Asylbewerber aus der Flüchtlingsunterkunft in Vockerode, hatte die Tat im Prozess gestanden - auch wegen erdrückender Beweise. Der Verdächtige war Stunden nach der Tat von Zeugen nahe der ehemaligen Roßlauer Kaserne gestellt und der Polizei übergeben worden. Die Zeugen hatten die Tat zuvor beobachtet und dem Kind die Flucht ermöglicht.

Vor den Plädoyers und der Urteilsverkündung am Dienstag hatte am Landgericht Dessau noch ein Gutachter ausgesagt. Dieser bestätigte diverse DNA-Funde an Kleidung und Körper des Kindes. Das Kind ist seit der Tat stark traumatisiert. "Die psychologischen Folgen sind ganz, ganz massiv", sagte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer. 

Dort wurde auch die "Dreistigkeit" des Täters betont. Dieser habe sich im öffentlichen Raum ein nicht einmal zehnjähriges Kind gegriffen, um seinen eigenen sexuellen Trieb zu befriedigen. Die Beweisaufnahme habe ergeben, dass er ihr den Mund zuhielt und sie am Hals würgte. (mz/dpa)