Naturbad Großkühnau

Naturbad Großkühnau: Stadt Dessau-Roßlau verfügt Schließung

Grosskühnau - Im Fall um das Naturbad in Größkühnau hat die Stadt die sofortige Schließung angeordnet.

Von Lisa Garn

Im Fall um das Naturbad in Größkühnau hat die Stadt die sofortige Schließung angeordnet.

Bereits am Freitag hatte das Ordnungsamt Dessau-Roßlau ein entsprechendes Schreiben zustellen lassen, erklärt der Pächter Wolfgang Höll. „Um 14.40 Uhr kam der Brief, wir waren alle überrascht und eigentlich auch ratlos“, so Höll. Hintergrund ist das Fehlen eines Schwimmmeisters, der aber für den Betrieb eines solchen Bades gesetzlich vorgeschrieben ist. Die Stadt hatte dem Pächter eine Frist gesetzt, dieser hatte dann am Freitag erklärt, das Bad ab Montag schließen zu müssen.

Keine aktuelle Stellungnahme

Warum nun vor dem Montag eine Schließung angeordnet wurde, dazu gab es am Sonntag keine aktuelle Stellungnahme. Höll berichtet, dass laut Verfügung das Bad umgehend hätte geschlossen werden müssen. „Der Brief kam, als die Feierlichkeiten um 25. Jubiläum des Liboriusgymnasiums im vollen Gange waren. Etwa 1.200 Gäste waren da. Wir haben dann beschlossen, dass diese Feier zu Ende gebracht wird.“ Ab Samstag war das Bad dann geschlossen.

Die Stadt hatte am Freitag auf Anfrage mitgeteilt, dass das Ordnungsamt bei Kontrollen der öffentlichen Bäder im Stadtgebiet festgestellt habe, dass im Naturbad Kühnauer See eine Schwimmaufsicht fehlt. „Der private Betreiber wurde auf den Mangel hingewiesen und zu dem Sicherheitsproblem angehört“, so Stadtsprecher Carsten Sauer. „Innerhalb einer Frist von mehreren Wochen wurde er aufgefordert, den Mangel zu beheben.“ Es sei aber nicht reagiert worden. Ein Weiterbetrieb ohne Schwimmaufsicht berge aber ein nicht zu kalkulierendes Risiko. „Die Sicherheit der Badegäste muss oberste Priorität haben.“

Aufruf auf Facebookseite gestartet

Dass die Stadt eine sofortige Schließung anordnet, damit hatte Höll offenbar nicht gerechnet. Er verwies am Freitag auf die Schwierigkeit, einen Bademeister zu finden und diesen auch bezahlen zu können. Die Stadt hatte am Freitag einen Aufruf auf ihrer Facebookseite gestartet, mit dem eine Badeaufsicht gesucht wird.

„Wir mussten durch die frühere Schließung an diesem Wochenende etwa 1.000 Badegäste nach Hause schicken. Wir sind eigentlich den ganzen Tag am Reden, weil die Leute Klärungsbedarf haben.“

Wolfgang Höll und seine Frau führen das Bad seit 2000. Dort gibt es auch zwei Ferienwohnungen und einen Partyraum. Im Pachtvertrag enthalten ist aber auch die Klausel, dass ein Schwimmmeister vorhanden sein muss. Hölls waren beide Rettungsschwimmer. Die Zulassung muss aller zwei Jahre erneuert werden und war für beide ausgelaufen. (mz)