Natur pur

Natur pur: Dessau soll für die Landesgartenschau grüner werden

Dessau-Roßlau - Den Stolz der Dessauer auf ihre Stadt im Grünen muss Michael Stein aus Magdeburg an diesem Montag zumindest etwas relativieren. „Ja, Dessau hat viel Grün drumherum. Innerhalb der Stadt aber gibt es noch Luft nach oben“, sagt der Geschäftsführer des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Sachsen-Anhalt. Wie zum Beweis dafür hat am Montag die Initiative „Grün in die Stadt“ auf dem Dessauer Marktplatz Station gemacht. Ein bisschen Rasen, Sitzecken, Rabatten sowie Bäume, eine Kletterwand - und fertig war die ...

Von Danny Gitter 24.05.2016, 08:38

Den Stolz der Dessauer auf ihre Stadt im Grünen muss Michael Stein aus Magdeburg an diesem Montag zumindest etwas relativieren. „Ja, Dessau hat viel Grün drumherum. Innerhalb der Stadt aber gibt es noch Luft nach oben“, sagt der Geschäftsführer des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Sachsen-Anhalt. Wie zum Beweis dafür hat am Montag die Initiative „Grün in die Stadt“ auf dem Dessauer Marktplatz Station gemacht. Ein bisschen Rasen, Sitzecken, Rabatten sowie Bäume, eine Kletterwand - und fertig war die Stadtoase.

Ein Park "zum Ausklappen"

Mit dem „Park zum Ausklappen“ tourt die vom Bundesumweltministerium geförderte Initiative „Grün in die Stadt“ im Mai und Juni durch zwölf Städte in zwölf Bundesländern. Die Aktion will zum Nachdenken anregen und fragen, wie viel Grün die Deutschen in ihren Städten wollen und brauchen.

„Die Wertschätzung für urbane Naherholungsgebiete, städtische Grünanlagen und Bepflanzung ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen“, sagt Stein. Stress abbauen, belastete Luft reinigen und im Sommer Städte kühlen, das vermag das städtische Grün. Doch das alles gibt es nicht zum Nulltarif. Grünanlagen müssen regelmäßig gepflegt werden. Stein sieht in Dessau-Roßlau gute Ansätze dafür, mahnt aber auch, die Anstrengungen noch weiter zu optimieren. „Die Stadt hat in ihrem Baumbestand einen relativ hohen Totholzbestand.“ Für ein gesundes Stadtklima wäre das auf Dauer nicht förderlich.

Landesgartenschau als Chance

Doch fürs zukünftige Wohlbefinden wollen die meisten Dessauer den ganz großen Wurf - mit der Landesgartenschau 2022. „Dieses Projekt ist die große Chance für unsere Stadt“, frohlockt Jan Paul, Geschäftsführer der Galabau und Vorsitzender des Landesverbands für Garten-, Landschafts-und Sportplatzbau. Weil Landesgartenschauen längst mehr als nur Blumen und Beete sind, könnten sich auch jahrzehntelange städtebauliche Missstände damit beseitigen lassen - und ein Zentrum definieren, innerstädtisch ein neues Lebensgefühl etablieren und vor allem die Stadt endlich wieder mit der Mulde verbinden.

„Warum soll es uns nicht gelingen, ein zugegebenermaßen auch finanziell großes Vorhaben wie die Absenkung eines Teils der Ludwigshafener Straße tatsächlich hinzubekommen“, fragt Paul. Ein aktives Leben mit und an dem Fluss wäre dadurch wieder möglich.

Mehr Grün - weniger Verkehr

„Die Landesgartenschau wäre ein wichtiger Impuls für die weitere Stadtentwicklung“, pflichtet Paul Christiane Schlonski, die Dezernentin für Stadtentwicklung und Umwelt, bei.

Mehr Grün und weniger Verkehr lautet die Dessauer Formel für 2022. An einer erfolgreichen Bewerbung arbeitet das Stadtplanungsamt mit Hochdruck. „Die Aufgabe, ein Konzept zu erstellen, ist gigantisch. Aber mit viel Unterstützung unserer Bürger und Politik kriegen wir das hin“, ist die Amtsleiterin Christiane Jahn überzeugt.

Bis Ende August soll im Stadtrat ein beschlussfähiges Konzept vorliegen. Dann will man sich in Magdeburg erfolgreich bewerben. Sollte die Wahl 2022 nicht auf Dessau fallen, dann will man versuchen, auf anderen Wegen die bisher vorliegenden Vorschläge umzusetzen. (mz)