Nach Missbrauch in Roßlau

Nach Missbrauch von Kind in Roßlau: Verbaler Rundumschlag auf AfD-Kundgebung auf Markplatz Dessau

Dessau - Knapp 200 Teilnehmer sind nach Polizeischätzungen am Montagabend einem AfD-Aufruf auf den Dessauer Marktplatz gefolgt. Unter dem Motto „Schützt unsere Frauen und Kinder“ hatte der Bundestagsabgeordnete und das Dessau-Roßlauer Stadtratsmitglied Andreas Mrosek in den sozialen Medien mobilisiert und Andreas Kalbitz, Martin Reichardt und Mario Lehmann als Redner ...

18.06.2019, 06:35

Knapp 200 Teilnehmer sind nach Polizeischätzungen am Montagabend einem AfD-Aufruf auf den Dessauer Marktplatz gefolgt. Unter dem Motto „Schützt unsere Frauen und Kinder“ hatte der Bundestagsabgeordnete und das Dessau-Roßlauer Stadtratsmitglied Andreas Mrosek in den sozialen Medien mobilisiert und Andreas Kalbitz, Martin Reichardt und Mario Lehmann als Redner eingeladen.

Anlass war der sexuelle Missbrauch eines neunjährigen Mädchens vor knapp einer Woche in Roßlau. Der mutmaßliche Täter ist ein 27-jähriger Mann aus dem Niger. Sowohl Mrosek und Lehmann, ein sachsen-anhaltischer Landtagsabgeordneter, die zuerst sprachen, als auch Kalbitz (brandenburgischer AfD-Abgeordnete) und Reichardt (AfD-Bundesabgeordneter) nahmen dieses Ereignis als Ausgangspunkt, um auf die aus ihrer Sicht vorhandenen Missstände im Land aufmerksam zu machen und regierungs-, partei-, asyl- und medienkritische Meinungen unter Beifall zu äußern.

Einmal kam es zu einem lautstarken Zwischenruf von AfD-Kritikern. Laut Behördenaussagen verlief die Veranstaltung in Summe dennoch ohne besondere Auffälligkeiten oder Zwischenfälle. Die Polizei war mit mehreren Einsatzwagen vor Ort und sicherte den Marktplatz.

Dass es binnen weniger Tage zwei Demonstrationen im Dessau-Roßlauer Stadtgebiet gab, kommentierte ein Sprecher der Stadt auf MZ-Nachfrage so: „Die Bestürzung ist groß und nachvollziehbar, aber die vermeintlichen Rezepte, die auf solchen Veranstaltungen aufgezeigt werden, lösen keine Probleme.“ (mz)