Auch Nichtgeimpfte dürfen wieder ins Restaurant

Nach Corona-Lockerung: Erstes Aufatmen bei den Dessau-Roßlauer Gastronomen

Mit der Rückkehr zur 3G-Regel kommen wieder mehr Leute in die Cafés und Gaststätten der Doppelstadt.

Von Sylke Kaufhold und Silvia Bürkmann Aktualisiert: 10.03.2022, 13:48
Das Eiscafé am Rathaus lockt mit einem Sonnenplatz in der  warmen Märzsonne zum Verweilen.
Das Eiscafé am Rathaus lockt mit einem Sonnenplatz in der warmen Märzsonne zum Verweilen. foto: Thomas Ruttke

Dessau/MZ - Seit dem vergangenen Freitag gilt für die Gastronomie eine neue Corona-Regelung: Der Besuch von Restaurants, Cafés und Bars ist nun wieder nach der 3G-Regelung möglich. Zutritt haben also geimpfte, genesene oder getestete Personen.

Seit Anfang Dezember galt für Gastronomiebetriebe und Hotels 2G. Eine Regelung, die erhebliche Auswirkungen für sie hatte: Gästezahlen und damit der Umsatz rauschte nach unten. Seit Freitag gibt es nun eine Lichtblick für die Wirte. Der sich tatsächlich auch in ihren Häusern widerspiegelte. „Wir haben es ganz eindeutig gemerkt, es war voll“, berichtet Matthias Brief, der gleich für mehrere Einrichtungen sprechen kann. Sowohl im Schlemmerhouse, als auch abends in der Cubar oder im Eiscafé Luise hätten sie deutlich mehr Gäste bewirten können als in den vergangenen Wochen. „Es war wieder Laufkundschaft dabei, die war ja zuletzt völlig weggebrochen“, erklärt Brief, dem die Erleichterung deutlich anzumerken war. „Dass der Effekt gleich so deutlich wird, hat mich überrascht, aber ich bin unendlich froh, dass wir jetzt 3G haben.“

Im „Brauhaus“ stehen vermehrt Tischreservierungen für größre Familienfeiern im Buch

Auch im Brauhaus „Zum Alten Dessauer“ herrscht positive Stimmung. „Wir hatten deutlich mehr Gäste am Wochenende“, berichtet Wirt Ronny Beckmann. Einen leichten Aufschwung erlebten sie aber schon, seitdem vor zwei Wochen war die 2G-Regel im Einzelhandel gefallen war, berichtet er. „Es sind mehr Leute in der Stadt seitdem und der eine oder andere schließt dem Einkauf einen Restaurantbesuch an.“

Nicht nur die Tagesgäste waren deutlich weniger geworden mit Einführung der 2G-Regel. Auch Familienfeiern wurden nicht mehr gefeiert. Reservierungen wurden reihenweise abgesagt. „Keiner wollte nichtgeimpfte Familienmitglieder ausschließen müssen, also wurde gar nicht gefeiert“, kennt Beckmann die Gründe. Nun aber rechnet er damit, dass auch wieder für größere Gruppen Tische reserviert werden und Familienfeiern vielleicht sogar nachgeholt werden. „Es dürfen ja wieder alle dabei sein.“

Es sind wieder mehr Leute unterwegs, die spontan einkehren.

Ronny Beckmann, Wirt Brauhaus Zum Alten Dessauer

Beckmann macht aber auch kein Hehl daraus, dass sie alle dem 21. März entgegenfiebern, wenn alle Beschränkungen fallen sollen. Die jetzige Eindämmungsverordnung gilt bis zum 19. März. „Dann können wir wieder richtige Gastgeber sein.“

Auch in der Lily-Genusswerkstatt ist die Stimmung gut. Die Rückkehr zur 3G-Regelung hatte sich hier allerdings nicht so drastisch bemerkbar gemacht. „Wir hatten auch vorher viel zu tun“, erklärt Melanie Stittrich. Durch Corona seien die Gäste zur Reservierung erzogen worden, das habe sich gut etabliert. Weniger Gäste hätten sie natürlich auch gehabt, „vor allem durch den Wegfall der Touristen“. Seit anderthalb Wochen seien aber wieder vermehrt Gäste in der Stadt. „Und die kommen nun auch wieder spontan zu uns“, so Stittrich. Wie ihre Kollegen blickt auch sie hoffnungsvoll auf den beginnenden Frühling. „Die Leute sitzen schon jetzt draußen in der Sonne, die Plätze im Freien werden also wieder gefragt sein.“

Frauen trafen sich am 8. März zum Schlemmen im Eiscafé Palermo in Roßlau

Auch hinter dem nördlichen Elbufer der Doppelstadt schauen seit dieser Woche die Gastronomen wieder zuversichtlicher drein. Die Corona-Pandemie verliert langsam ihren Schrecken und die Leute sind wieder viel mehr unterwegs. „Und zum Frauentag war es am Dienstag bei uns seit langem mal wieder richtig schön voll“, sagt Antonio Palermo über sein Eiscafé in der Roßlauer Innenstadt. Auch der anhaltende Sonnenschein verlocke die Besucher zu Ausflügen. Auch wenn die Freisitze noch leer bleiben, „im Café ist es ja warm, um sich zum Kaffee auch schon ein schönes Eis schmecken zu lassen“, sagt Palermo schmunzelnd.

Die Erleichterung ist auch in den Speisegaststätten spürbar. So begrüßt auch René Butzmann von der alteingesessenen Altstadt-Gaststätte „Zur Erholung“ die Corona-Lockerungen und die Rückkehr zur 3G-Regel. „Das wirkt sich sehr positiv auf den Betrieb aus“, sagt der Wirt zufrieden. Zu seiner Stammkundschaft gehören traditionell die Vereine und die kehren ohnehin meist erst zum Abend ein, wenn sich die Tür um 17 Uhr öffnet. Einzig am Sonntag ist schon eher offen. Da gibt es hier wieder Mittagstisch.