Ohrwurm aufgelegt

Liedermacher Enrico Baltrock rockt bald mit „Tänzchentee“ auf der Roßlauer Wasserburg

Der Liedermacher aus Brambach hat mit der Band „Tänzchentee“ den Song „Kommt lasst uns feiern“ rausgebracht.

Von Heidi Thiemann
Entschleunigt und voller Energie: Der Liedermacher Enrico Baltrock.
Entschleunigt und voller Energie: Der Liedermacher Enrico Baltrock. (Foto: Thomas Ruttke)

Dessau-Roßlau - Wenn Corona etwas Gutes hat, dann das: „Das war der produktivste Zeitraum für mich. Ich hatte sehr viel Zeit“, sagt Enrico Baltrock und wirkt gelöst und entspannt. Sein Hamsterrad hat der Liedermacher aus dem Ortsteil Brambach hinter sich gelassen. Dem Spaß an der Musik tut das aber keinen Abbruch. Im Gegenteil. Nur unter Druck setzt er sich nicht mehr. „Ein Album war das Ziel“, blickt er auf 2019 zurück, „aber wäre ich damit glücklich geworden?“

Baltrock, von Beruf Polizist, setzt neue Prioritäten. „Zuhause warten die vier wichtigsten Menschen auf mich“, sagt er zu seiner Frau und den drei Kindern. Zuhause aber liegt auch seine Gitarre griffbereit und sind im Kopf so viele eigene Geschichten, die er niederschreibt. Die Musik gleich dazu. Und manchmal sind dann eben auch Zufälle mit im Spiel, die zu etwas eher Unerwartetem führen. Im MDR ist nach „Meine kleine heile Welt“ (2019) mit „Kommt lasst uns feiern“ jetzt sein zweites Lied im Radio.

„Der Bassist und ich haben uns im Studio von Freiwild-Produzent Alex Lysjakow kennengelernt“

Eingespielt hat er es mit „Tänzchentee“, „der „coolsten Partyband der Welt“, wie er sagt. Ein spaßiges Video gibt es auch. Die Kulisse bildet die frühere Chaponschule in Dessau, in der Bands ihre Proberäume haben.

Aber wie kommt Baltrock, dessen Musik im Bereich Rock-Pop angesiedelt ist, zu „Tänzchentee“? „Der Bassist und ich haben uns im Studio von Freiwild-Produzent Alex Lysjakow kennengelernt. Und weil ich noch eine Bassspur brauchte, war die Frage, ob er helfen kann.“ Konnte er - und nicht nur alleine. „Das sind super Musiker“, erzählt Baltrock begeistert von „Tänzchentee“, ebenso von deren positiver Energie. „Die brauchte ich für das Video.“

Das Lied ist aber nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, in der Corona-Zeit entstanden, sondern schon ein paar Jahre alt. „Das war unser Partysong, als ich noch mit meiner Band unterwegs war.“ Und jetzt ist der Titel frisch aufgelegt, „denn ich dachte, nach der Ebbe kommt die Flut. Wir wollen ja alle wieder raus und Ja sagen zum Leben.“

Wenn am 20. August Hardy und Heroes auf der Roßlauer Wasserburg ihr neues Album vorstellen, dann ist auch „Tänzchentee“ dabei

Und dazu gehören auch Auftritte, die nun wieder möglich sind. „Aber ich wäge ab, wenn Anfragen kommen“, sagt Baltrock. Doch einer konnte er sich nicht entziehen. Wenn am 20. August Hardy und Heroes auf der Roßlauer Wasserburg ihr neues Album vorstellen, dann ist auch „Tänzchentee“ dabei. Und der Brambacher spielt im Vorprogramm. „Das wird ein Kontrast“, weiß er, der eben nicht der Spaßmacher auf der Bühne ist, sondern seine Geschichten erzählt. Nachdenklich, aber eben auch manche wie „Kommt lasst uns feiern“ mit Ohrwurmpotenzial.

Doch schon zuvor wird Enrico Baltrock zu erleben sein - Open Air in der Dessauer Gartenträume-Lounge. Gemeinsam mit dem Liederdieb, einem früheren Bandkollegen, ist er am 23. Juli auf der Bühne. Und am 30. September noch einmal, dann mit seinem Schwiegervater.

Im Hinterkopf freilich sind längst schon neue Lieder. „Frei sein“ heißt eines. Und vielleicht kommt das gerade recht, wenn Corona dann endlich wirklich mal vorbei sein sollte.