Landesgartenschau 2022

Landesgartenschau 2022: Dessau stellt Bewerbungskonzept vor - Bürger zur Mitgestaltung eingeladen

Dessau - Diese Herausforderung nimmt Christiane Schlonski, seit Januar Beigeordnete für Stadtentwicklung und Umwelt in der Stadt, gerne an: „Die Bewerbung für die Landesgartenschau 2022 ist eine tolle und beflügelnde Aufgabe“, sagte die Dezernentin bei der ersten Bürgerversammlung zum Thema am Montag in der Marienkirche. Es gebe viele Ecken in der Innenstadt, auf beiden Seiten der Mulde, die einen Investitionsschub dringend nötig hätten und „die Landesgartenschau mit ihren Fördermöglichkeiten gibt uns die Chance, diese anzugehen“. Die Dezernentin sieht in der Gartenschau drei Jahre nach dem großen Bauhausjubiläum einen weiteren neuen wichtigen Impuls für die ...

Von Sylke Kaufhold 05.04.2016, 17:15

Diese Herausforderung nimmt Christiane Schlonski, seit Januar Beigeordnete für Stadtentwicklung und Umwelt in der Stadt, gerne an: „Die Bewerbung für die Landesgartenschau 2022 ist eine tolle und beflügelnde Aufgabe“, sagte die Dezernentin bei der ersten Bürgerversammlung zum Thema am Montag in der Marienkirche. Es gebe viele Ecken in der Innenstadt, auf beiden Seiten der Mulde, die einen Investitionsschub dringend nötig hätten und „die Landesgartenschau mit ihren Fördermöglichkeiten gibt uns die Chance, diese anzugehen“. Die Dezernentin sieht in der Gartenschau drei Jahre nach dem großen Bauhausjubiläum einen weiteren neuen wichtigen Impuls für die Stadtentwicklung.

Herausforderung und Chance

Diese Chance wollen Stadtverwaltung, Politik und Wirtschaft unbedingt nutzen. Und so haben sich schon für die Bewerbungsphase viele Partner zusammengefunden, die das Anliegen mit Rat und Tat unterstützen. Die Beauftragung und Auswahl des konzepterstellenden Planungsbüros Ulrich Krüger Landschaftsarchitekten (UKL) war solch ein Gemeinschaftswerk, wofür zum Beispiel der Wirtschafts- und Industrieclub Anhalt (WIC) Spenden von 20 000 Euro zur Finanzierung der Machbarkeitsstudie bei Unternehmen der Stadt einwarb. Und dabei auf eine große Hilfs- und Unterstützungsbereitschaft stieß, wie Jan Paul, Präsidiumsmitglied des WIC hervorhob. Auch im weiteren Verlauf der Bewerbungsvorbereitung und - wenn Dessau den Zuschlag erhält- der Vorbereitung und Durchführung der Schau sollen die Bürger mitgenommen und einbezogen werden, betonte Christiane Schlonski.

Die Stadtverwaltung hat für die Gartenschau zwei Schwerpunkte vorgegeben, zum einen die Anbindung der Stadt an das Mulde-Ufer, zum anderen den Bereich am historischen Friedhof, einschließlich der Gestaltung der Übergänge. „Das Gelände ist eine große Herausforderung“, stellte Ulrich Krüger vom Büro UKL fest, um aber gleichzeitig auf die großen Potenziale hinzuweisen, die in der stadtnahen Flusslandschaft, den historischen Gebäuden und den Bauten der Moderne in der Dessauer Innenstadt sowie der Nähe zum Gartenreich liegen.

Die Dominanz der Straßen in der Innenstadt, die Trennung der Innenstadt vom Mulde-Ufer durch die Ludwigshafener Straße, die Orientierungslosigkeit bei der Zentrums-Frage sowie die teilweise inhomogene Stadtstruktur benannte Ulrich Krüger als Hauptkonflikte, die mit der Gartenschau angegangen werden sollen. Der zentrale Konzeptansatz lautet deshalb „Die Stadt geht an ihren Fluss“, wobei im Bereich des Lustgartens ein neuer starker Identifikationspunkt sowie eine Verbindung der Stadt mit der Mulde und eine neue Promenade geschaffen werden sollen. Auch andere Bereiche des Zentrums, so am Stadtpark und August-Bebel-Platz, sollen mit dem Schloss verknüpft werden. „Wir wollen freiräumliche, städtebauliche und verkehrliche Defizite abbauen und eine Gartenschau hervorbringen, die Besucher anlockt und uns Dessau-Roßlauern eine nachhaltig verschönerte Innenstadt hinterlässt“, formulierte Oberbürgermeister Peter Kuras das Ziel, das die Stadtverwaltung mit der Gartenschau verbindet.

Bewerbung bis 15. September

Am 31. August wird der Dessau-Roßlauer Stadtrat die Bewerbung für die Landesgartenschau 2022 zum Beschluss erheben. Am 15. September muss das Bewerbungskonzept beim Land vorliegen. Die Entscheidung zur Austragung soll dann im November fallen. Bereits im Prozess der Vorbereitung sollen die Dessau-Roßlauer einbezogen werden und ihre Ideen und Anregungen einbringen. Am 16. April und 23. Mai lädt die Stadtverwaltung zu öffentlichen Streifzügen über die Landesgartenflächen ein. Auch im Bauausschuss und im Beirat für Stadtentwicklung steht das Bewerbungskonzept zur Diskussion. (mz)