Arbeit in schwieriger Umgebung

Kümmerin am Leipziger Tor in Dessau wird gebraucht - Stadt will Quartiersmanagement erweitern

Von Sylke Kaufhold 16.10.2021, 09:00
Das Quartiersbrett  am Leipziger Torhaus informiert über Neuigkeiten  im Wohngebiet.
Das Quartiersbrett am Leipziger Torhaus informiert über Neuigkeiten im Wohngebiet. Foto: Thomas Ruttke

Dessau/MZ - Für den Stadtbezirksbeirat innerstädtisch Mitte/Süd ist die Quartiersmanagerin Carolin Bernhardt eine wichtige Partnerin geworden, was sich nicht nur in regelmäßigen Quartiersrundgängen zeige.

Bernhardts Aufgabe ist es, im Quartier Am Leipziger Tor für die Belange der dort wohnenden Bürger ein offenes Ohr zu haben und dafür zu sorgen, dass diese bei der künftigen Quartiersentwicklung Berücksichtigung finden. „Es ist gut, dass jemand regelmäßig da ist als Ansprechpartner, die Bürger nehmen sie zunehmend in Anspruch“, schätzt Beiratsmitglied Ute Solarczyk die Arbeit Bernhardts ein.

Seit Herbst 2019 ist das Quartiersmanagement aktiv. Coronabedingt war der Start der persönlichen Kontaktaufnahme ins Quartier schwierig bis unmöglich. Dennoch sei es Carolin Bernhardt gelungen, sich bemerkbar zu machen und einen Draht zu den Bürgern zu finden, erkennt auch auch Beiratsvorsitzende Karin Rieche deren Arbeit an.

Quartiersbrett mit Neuigkeiten - Aktionskasse kann kleine Projekte unterstützen

So gibt es am Leipziger Torhaus, dem künftigen soziokulturellen Stadtteilzentrum, ein „Quartiersbrett“ mit aktuellen Informationen und Neuigkeiten zum Quartier. Eine Aktionskasse steht zur Verfügung, mit der kleine Maßnahmen und Projekte im Quartier mit maximal 500 Euro finanziell unterstützt werden können. „Wir hoffen sehr, dass das Quartiersmanagement im nächsten Jahr mit Frau Bernhardt weitergeht“, so Karin Rieche. „Sie hat sich toll eingearbeitet, schon einiges bewirkt und noch viele Ideen.“

Träger des Quartiersmanagements ist die Stadt Dessau-Roßlau, finanziert wird es mit Fördermitteln. Die aktuelle Förderperiode endet zum Jahresende. Wie die Stadt auf MZ-Anfrage mitteilt, hat sie im November letzten Jahres für die Weiterführung des Quartiersmanagements Mittel im Programm „Sozialer Zusammenhalt“ für die Jahre 2022 bis 2024 beantragt. „Die Bewilligung der Fördermittel erwarten wir nicht vor Ende dieses Jahres. Aber das Landesverwaltungsamt hat den vorzeitigen Maßnahmebeginn genehmigt, so dass die Auftragsvergabe schon vorbereitet werden kann“, erklärt Stadtsprecher Carsten Sauer. Derzeit werde die Ausschreibung vorbereitet.

Laut Stadt soll sich der Leistungsumfang erhöhen und das Büro vor Ort statt wie bisher an zwei Tagen, künftig von Montag bis Freitag geöffnet haben. Diese Erweiterung erfordert eine EU-weite Ausschreibung. „Insofern steht die zeitliche Planung bis zur Auftragsvergabe noch nicht bis ins Detail fest“, so Sauer. Die Zukunft des Quartiersmanagements indes sei vorgezeichnet und der Rahmen gesteckt.